Archiv Im Blickpunkt

Welche Schutzkategorien gibt es?

Ein grundlegender Unterschied zwischen den diversen Schutzgebieten ergibt sich aus deren Zielsetzung, entweder Prozessschutz oder den Erhalt eines bestimmten Status quo sicherstellen zu wollen. Flächen, die dem Prozessschutz dienen, sollen eine möglichst natürliche Entwicklung des Gebietes ohne menschliche Einflussnahme ermöglichen. Flächen, die dem Erhalt eines bestimmten Zustandes dienen, müssen in der Regel über gezielte Erhaltungsmaßnahmen (Freischneiden, Beweidung) gepflegt werden, um zum Beispiel eine „Verwaldung“ zu verhindern (so etwa in Heidelandschaften oder auf Magerrasenflächen).

Außerdem kann man die Schutzgebiete nach intensivem und extensivem Schutz unterscheiden. In intensiven Schutzgebieten (Nationalparks, Biosphärenreservaten, Naturschutzgebieten, FFH-Gebieten) sind die Bewirtschaftung und das Betreten nicht oder nur eingeschränkt möglich, während auf extensiven Schutzflächen die Eingriffe durch den Menschen mit Auflagen eher erlaubt sind (Naturparke, Landschaftsschutzgebiete), solange diese Eingriffe die charakteristischen Merkmale und Funktionen dieser Flächen nicht verändern. Es gibt ohne Zweifel für jede Schutzkategorie eine Daseinsberechtigung. Die Frage ist nur, wie viel von welcher Kategorie wird benötigt?

(Beispiele für) vorhandene Schutzkategorien in Deutschland

O Nationalpark, Anzahl: 14, Gesamtfläche: 1944 km² (ohne marine Flächen)

O Biosphärenreservat, Anzahl: 16, Gesamtfläche: 13 123 km2 (ohne marine Flächen)

O Naturschutzgebiet, Anzahl: 8413, Gesamtfläche 12.716 km2

O FFH-Gebiet, Anzahl: 4617, Gesamtfläche: ca. 33.000 km2 (ohne marine Flächen)

O Naturpark, Anzahl: 104, Gesamtfläche: ca. 94 000 km2

O Landschaftsschutzgebiete, Anzahl: 7409, Gesamtfläche: 102 000 km2

Gesamtfläche Deutschlands: 357 021 km2

(Die Flächen der unterschiedlichen Kategorien überschneiden sich teilweise)