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Verantwortung für die Umwelt


Foto: Kerstin Kleymann / UPM
Andrea Brink arbeitet als Fachkraft für Abwassertechnik im Klärwerk von UPM Nordland Papier in Dörpen – und das mit Begeisterung. An ihrem vielseitigen und anspruchsvollen Beruf gefällt ihr besonders, dass sie Verantwortung für die Umwelt übernehmen kann.

VM

Im Klärwerk bei UPM Nordland Papier ist die 22-Jährige zusammen mit ihren Kollegen für die Qualität des in die Ems eingeleiteten Wassers zuständig. Dazu gehört ständige Qualitäts- und Prozesskontrolle, um sicherzustellen, dass „alle Stoffe im Wasser im Lot sind“, also keine Grenzwerte überschritten werden. Wobei die so genannten Ablaufwerte im UPM-Klärwerk deutlich unterhalb der gesetzlichen Mindestanforderungen liegen.

Gerne in der Natur

Aufgewachsen in der ländlichen Region um Dörpen hat Andrea Brink ein enges Verhältnis zur Natur. Schon als Kind spielte sie mit ihrem Bruder und den Kindern aus der Nachbarschaft, insgesamt fünf Jungen, viel draußen. Sie bauten Pfeil und Bogen oder gruben Höhlen. Dass sie während ihrer Ausbildung das einzige Mädchen in der Berufsschulklasse war, störte sie dann nicht mehr. In der Schule hatte sie gute Noten in Mathematik, Physik und Chemie, wählte Technik und Werken.

Ihren Beruf lernte sie auf einer Ausbildungsbörse kennen, bei der die Kläranlage Papenburg über die „Fachkraft für Abwassertechnik“ informierte. Brink gefiel, was sie erfuhr, und machte daraufhin ein dreiwöchiges Praktikum im Klärwerk Papenburg. Mit Erfolg: „Das war so, dass ich mir gesagt habe: toll, super, da freue ich mich drauf“, bemerkt sie. Sie wollte gerne einen der insgesamt vier umwelttechnischen Berufe in Deutschland ergreifen. Die dreijährige Ausbildung absolvierte sie dann bei UPM Nordland Papier. Sie wurde im dortigen Wasserwerk eingearbeitet und besuchte den Blockunterricht an der Berufsschule in Norden und Kurse an der Kreisvolkshochschule Norden im Bereich Umwelttechnik. Dort lernte sie die erforderliche analytische Bestimmung im Labor, Verfahrens- und Elektrotechnik. Praktische Erfahrung konnte sie auch im Ausland sammeln. UPM ermöglichte ihr im zweiten Ausbildungsjahr einen Aufenthalt in Bordeaux, wo sie in einem Labor arbeitete.

Vielseitig ausgebildet

Mit ihrem Abschluss erlangte Andrea Brink auch die Qualifikation als Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten. Dies befähigt sie zum Beispiel Pumpen in einem bestimmten Strombereich zu wechseln. Die Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik vermittelt Wissen aus unterschiedlichen Bereichen. Sie bereitet auf Tätigkeiten in industriellen sowie in kommunalen Klärwerken vor, zu denen auch das öffentliche Kanalnetz gehört. Neben den technischen Fächern sind Arbeitssicherheit und Hygiene Ausbildungsinhalte, außerdem Recht. Denn Grenzwerte für bestimmte Stoffe im Wasser sind in gesetzlichen Vorgaben festgelegt und werden von der zuständigen Behörde überwacht.

Im Gegensatz zu kommunalen Kläranlagen unterscheidet sich die Zusammensetzung des Abwassers in der Industrie. Hier müssen unter Umständen auch Stoffe hinzugefügt werden. Dies müssen die Fachkräfte für Abwassertechnik steuern und regeln. „Keine Kläranlage ist wie die andere, wir lernen eigentlich jedes Bauteil und fahren dann unsere Anlage“, sagt Brink. Sie und ihre Kollegen nehmen Proben und analysieren diese im Labor. Danach entscheiden sie, ob der Prozess gut läuft oder ob, und was, geändert werden muss. Regelmäßig sind sie im Kontakt mit der Produktion, sprechen zum Beispiel über Abwassermengen. Zu diesen Aufgaben kommt noch die Wartung und Instandhaltung der Anlagen. Sehen sie, dass etwas repariert werden muss, informieren sie Mechaniker oder Mess- und Regeltechniker. Brink könnte Störungen auch selber beheben, auch Metallbearbeitung lernte sie während der Ausbildung. Allerdings ist das Klärwerk bei UPM Nordland so groß, dass diese Arbeiten Fachkräfte anderer Abteilungen ausführen.

Schnell Lösungen finden

Das Team im Klärwerk arbeitet in vier Schichten, einer ist immer anwesend. Wenn etwa eine Pumpe ausfällt, muss schnell eine Lösung gefunden werden. Die Mitarbeiter im Klärwerk müssen dann entscheiden, ob sofort oder später repariert werden muss, welche Fachkräfte man dafür braucht, und natürlich eine Meldung an den Vorgesetzten machen.

„Der Job macht mir Spaß, weil er so komplex ist“, betont Andrea Brink. „Kläranlagen müssen immer auf dem neuesten Stand der Technik betrieben werden, deshalb ergeben sich immer wieder Veränderungen durch Modernisierungen“. Als nach ihrer Ausbildung bei Nordland nicht direkt eine Stelle frei war, wechselte sie in das Klärwerk der Firma Beiersdorf in Hamburg. „Dazu mache ich meinen Beruf zu gern, als dass ich irgendetwas anderes machen wollte“, erklärt sie zu der Entscheidung. Aber sie hatte Glück, nach einem Jahr konnte sie mit einer Festanstellung wieder zu UPM Nordland Papier zurückkehren.


Andrea Brink arbeitet oft auch draußen an der Anlage. Hier im Hintergrund ein Belebungsbecken.