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Türchen öffne Dich

Adventskalender wurden erfunden, um vor allem Kindern die Zeit bis zum sehnsüchtig erwarteten Weihnachtsfest zu verkürzen. Heute sind sie auch ein beliebtes Werbegeschenk und Mittel zur Kundenbindung. Vom klassischen Kalender unterscheiden diese sich allerdings zunehmend. Eine Würfelform bietet beispielsweise neue Möglichkeiten.

Gabriele Eisenbarth

Mit traditionellen Motiven bedruckt, zieren Adventskalender viele Büros und Schreibtische. Jeden Tag freut man sich auf das Stückchen Schokolade und hat den Geber desselben stets mit seinem Logo im Blick. Es muss nicht immer Schokolade sein, auch Warenproben wie Kosmetika, Hundefutter oder sogar Bierflaschen können hinter den 24
Türchen zum Vorschein kommen. Fest steht: Der weihnachtliche Vorbote ist beliebt und die Verpackungshersteller bauen ihr Sortiment aus.

Ein Klassiker aus Deutschland

Adventskalender gibt es etwa seit Mitte des 19. Jahrhunderts und das vor allem in Deutschland. Für Erwachsene wurde jeden Tag ein neues Bild an die Wand gehängt und Kinder durften von den an die Türe gemalten 24 Kreidestrichen jeden Tag einen ausstreichen.

Gedruckte Weihnachtskalender kennt man seit Anfang des 20. Jahrhunderts, allerdings noch ohne Türchen zum
Öffnen. Eine Zwischenstufe sind die Kalender mit Türchen, hinter denen
jeweils ein weihnachtliches gedrucktes Motiv erscheint. Das Modell gibt es auch als Postkarte, die zur Adventszeit verschickt wird.

Heute sind die gefüllten Weihnachtskalender Usus, wobei man bei direktem Kontakt mit Lebensmitteln wie Schokolade natürlich besondere Anforderungen einhalten muss, was die Lebensmittel-Echtheit des Materials, der Druckfarbe und des Klebstoffs angeht. Die Kalender haben häufig eine Oberseite aus Karton und ein Kunststoff-Innenleben. Reine Karton-Adventskalender sind allerdings immer mehr im Kommen, müssen aber gegen Feuchtigkeit, Fett und Sauerstoff gewappnet sein. Die Papier- und Kartonhersteller bieten seit einigen Jahren immer mehr Produktlösungen, die diese Barriere-Anforderungen erfüllen.

Fantasie ist gefragt

Wer den Adventskalender als Werbemittel einsetzen möchte, hat viele Möglichkeiten. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, eher schon dem Geldbeutel. Neben der klassischen
Variante mit Kunststoffeinsatz und 24 gleich großen Türchen, kann der Kalender auch als Würfel daherkommen.
Die Außenseite des Adventskalenderwürfels wird aus einem stabilen Chromosulfat-Karton gefertigt und kann individuell bedruckt werden. Der stabile Einsatz aus Karton im Inneren bietet Platz für Süßigkeiten, Tee, Gewürze, Marmeladen, Tierfutter oder sogar kleine Werkzeuge.

Eine Highend-Version besteht aus einer Klappdeckelschachtel, in der sich 24 unterschiedliche oder auch gleich
große Schachteln befinden. Die werden entweder direkt beim Verpackungs
drucker oder dessen Auftraggeber mit den gewünschten Artikeln befüllt und an die Kunden geliefert. Wenn es sich beim Füllgut um Lebensmittel handelt, sind diese in der Regel schon verpackt. Deshalb kann jede Art von Karton für diese Adventskalender eingesetzt werden, also auch zum Beispiel ein durchgefärbter schwarzer Karton. Durch Heißfolienprägungen aus Gold und
Silber erhält die Schachtel den
gewünschten festlichen Look. Auch
Lackierungen oder Folien werten das Produkt zusätzlich auf.

Viele Verpackungsdruckereien – darunter auch reine Online-Druckereien –
haben Adventskalender im Angebot. Die Auflage reicht von 500 bis hin zu 10.000 Stück. Da es sich bei dieser Art von Verpackungen um ein reines Saisongeschäft handelt, sollten die Marketingverantwortlichen am besten schon im Sommer an Weihnachten denken.


Ausgereifte Produktlösungen

In den vergangenen Jahren wurden teilweise Mineralölreste
in Lebensmitteln festgestellt, auch in Schokolade für Adventskalender. Die Ursachen dafür können vielfältig sein, wie
Dr. Christoph Persin, Bereichsleiter Umwelt und Technik im Verband Deutscher Papierfabriken (VDP) im Interview mit
Papier + Technik (Ausgabe 2/2019) erklärte. So habe die
Verwendung von mit sogenanntem Batching-Öl geschmeidig gemachten Sisalsäcken in den Kakaoanbauländern einen Einfluss auf die Mineralölbelastung von Schokolade. Die nahezu ausschließliche Fokussierung auf faserbasierte Recyclingverpackungen sei der zentrale „Geburtsfehler“ in der Mineralöldiskussion gewesen. Zudem stellten Kartonhersteller der
Lebensmittelwertschöpfungskette natürlich ausgereifte und geprüfte Produktlösungen zur Verfügung. ■