Archiv Im Blickpunkt

Transportverpackung Nummer eins

Wellpappe hat sich als ideale Verpackungslösung etabliert. Ein großer Pluspunkt sind Qualität und Kombinationsmöglichkeiten der eingesetzten Rohpapiere, die Entwicklungen nach den unterschiedlichsten Kundenanforderungen erlauben.

VM

Über zwei Drittel aller in Deutschland hergestellten Waren gehen gut geschützt durch Wellpappe auf die Reise zu Abnehmern im In- und Ausland. Darunter Schweres, wie Maschinenteile oder sogar Gefahrgüter, aber auch Zerbrechliches, etwa edles Porzellan oder Champagnergläser. Diese gehören unter anderem zum Warenangebot des Unternehmensbereichs „Tischkultur“ von Villeroy & Boch. Die meisten Lieferungen, die das Zentrallager des Unternehmens verlassen, sind in Wellpappe verpackt. Für die über 200.000 Gebinde im Jahr setzt Villeroy & Boch über 550.000 Verpackungseinheiten in mehr als 20 verschiedenen Verpackungsvarianten ein – insgesamt eine Million Quadratmeter Wellpappe. Dazu kommen pro Jahr noch circa 10.000 Halbpaletten und 1.000 Vollpaletten aus Wellpappe. Aber auch den Trend zum E-Commerce spürt man im Merziger Zentrallager von Villeroy & Boch. In Spitzenzeiten wie vor Weihnachten werden von dort aus schon mal mehr als 20.000 Pakete pro Monat verschickt. Beschrieben ist dies in einer
Reportage aus dem Villeroy & Boch-Versandlager im Wellpappe-Report 3/2016, herausgegeben vom Verband der Wellpappen-Industrie (VDW). Er vertritt einen Großteil der überwiegend mittelständischen deutschen Wellpappe-Hersteller.

Knapp acht Milliarden Quadratmeter Wellpappe haben die VDW-Mitglieder im Jahr 2015 abgesetzt. Rund zwei Drittel davon war einwellige Wellpappe, rund ein Drittel mehrlagige Wellpappe, wobei diese in den vergangenen Jahren leicht zulegte. Für das Jahr 2016 erwartet der VDW ein leichtes Absatzplus. Eine gute Wirtschaftslage sowie der zunehmende Online-Handel tragen dazu bei. Allerdings beklagt der Verband abnehmende Erlöse durch
gesunkene Abgabepreise für Wellpappenprodukte und steigende Kosten für Papier.

Insgesamt verarbeiteten die VDW-Mitglieder im Jahr 2015 rund 4,1 Millionen Tonnen Wellpappenrohpapier. Fast 40 Prozent davon machte Wellenpapier, englisch Fluting, aus, rund 60 Prozent tragen die Deckenpapiere bei. Bei diesen spielt Testliner, aus 100 Prozent Altpapier hergestellt, mit rund 39 Prozent die wichtigste Rolle. Die flexible Zusammenstellung verschiedener Papiersorten mit verschiedenen Flächengewichten ist, neben den unterschiedlichen Wellenformaten, ein großer Vorteil der Wellpappe.

Das in Deutschland produzierte Wellpappenrohpapier besteht zu 100 Prozent aus Altpapier. Für spezielle Erfordernisse verwenden die deutschen Wellpappe-Hersteller auch Papier mit einem gewissen Frischfaseranteil, das sie importieren. Trotzdem basiert die in Deutschland produzierte Wellpappe noch zu 80 Prozent auf recyceltem Material. Diesen Umweltaspekt erkennen auch die Verbraucher an. So ergab eine Umfrage von TNS Emnid, dass Supermarkt-Kunden Obst eher kaufen, wenn es in Kisten aus Wellpappe angeboten wird als in Mehrweg-Kunststoffkisten.

Qualitätssteigerungen beim Papier haben zur Weiterentwicklung der Wellpappe beigetragen. Beispielsweise ermöglicht höhere Festigkeit des Papiers Materialeinsparungen. So ist das Durchschnittsgewicht von Wellpappe über die Jahre gesunken, von 563 Gramm pro Quadratmeter im Jahr 1988 auf 515 Gramm pro Quadratmeter im Jahr 2015. Verbesserungen der Oberflächeneigenschaften des Papiers wirken sich auf die Qualität der Bedruckung aus. Die rasante Entwicklung im Bereich des Digitaldrucks sieht der VDW als wichtige Entwicklung der vergangenen Jahre an. Schließlich wirbt bedruckte Wellpappe für die in ihr verpackten Produkte, und Displays mit auffallenden Motiven in leuchtenden Farben ziehen im Laden die Aufmerksamkeit der Verbraucher auf sich.


Die Wellpappe-Produzenten melden ein Mengenplus.