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Tempo hat die Nase vorn

Rasante Entwicklung bis heute: Tempo überzeugt immer wieder mit Neuerungen bei Produkt, Verpackung und Marketing.

Der Markenname Tempo ist zum Synonym für eine ganze Produktgattung geworden. Die Erfindung war ja auch sensationell: Die Taschentücher aus Zellstoff brauchten nicht mehr gewaschen werden. Heute produzieren rund 460 Mitarbeiter im SCA-Werk Neuss täglich mehr als neun Millionen Päckchen Tempo-Taschentücher.

Verena Manek

Die Karriere des Tempo-Taschentuchs beginnt am 29. Januar 1929, als die Vereinigten Papierwerke Nürnberg beim Reichspatentamt in Berlin unter dem Warenzeichen Tempo das erste Einmaltaschentuch aus reinem Zellstoff patentieren lassen. Unter dem Motto „Seidenweich, saugfähig und hygienisch“ läutet Tempo das Ende des Stofftaschentuchs ein. Das Revolutionäre an den neuen Taschentüchern ist die Herstellung aus Papier und die damit verbundene hygienische Einmalbenutzung. In der schnelllebigen Zeit der 20er Jahre kam Tempo genau richtig: Die Tücher nach dem Gebrauch wegzuwerfen, um sich so vor Wiederansteckung durch benutzte Stofftaschentücher zu schützen, galt für die damalige Zeit als bahnbrechende Innovation. Auch der einprägsame Markenname passte hervorragend zum Zeitgeist und der neuen Mobilität. Die ersten Tempo Packungen sind rot, blau und grün bedruckte Pergamin-Päckchen und enthalten 18 Tücher. Temporeich verdrängen sie das Stofftaschentuch. Schon bald greifen immer mehr Kunden nach „Tempos“. Der jüdische Mitinhaber der Vereinigten Papierwerke Nürnberg hat allerdings nichts von dem Erfolg. Er muss vor den Nationalsozialisten ins Ausland flüchten. Das Unternehmen geht im Jahr 1935 an Gustav Schickedanz über. Von 1994 bis 2007 wird Tempo dann vom US-Konzern Procter & Gamble vertrieben.

Im Jahr 1939 werden neue Packungen mit einem einheitlichen Schriftzug eingeführt, die Anfang der 50er Jahre dann leicht überarbeitet werden. Durch die Ausweitung der Vertriebswege ist Tempo nun auch im Lebensmittelhandel zu kaufen. In den 1970er Jahren sorgen nach Pergamin und Papierverpackungen dann dünne Kunststofffolien dafür, dass das Taschentuch sicher und sauber auch vor Feuchtigkeit geschützt aufbewahrt werden kann.

Bis heute hat sich Tempo an der Spitze des Papiertaschentuch-Marktes gehalten. Mit innovativen Entwicklungen sorgt die Marke immer wieder für Bewegung im Markt. Neuerungen wie die Mikrobrücken, die Tempo besonders stark machen, oder das „Duo-Faser-System“ für extra Stärke und Weichheit, gelten als bahnbrechende Erfindungen auf dem Taschentuch-Markt. Wichtige Erfolgsfaktoren waren außerdem die Entwicklung der Z-Faltung im Jahr 1975, durch die sich das Taschentuch schnell mit einer Hand entfalten lässt, sowie die wiederverschließbare Verpackung, die es seit 1988 gibt.

Der Verbraucher kann heute zwischen neun Produktvarianten und zahlreichen Packungsgrößen wählen. Zum klassischen Tempo Taschentuch kamen Produkte hinzu wie Tempo Plus und Tempo Menthol, Tempo Kids, Tempo Aromathera und das 2008 eingeführte Tempo sanft und frei sowie die Tempo Boxen. Mit saisonalen und modernen Designs trägt Tempo aktuellen Trends Rechnung.

Seit dem Jahr 2007 gehört die Marke Tempo zu SCA Tissue Europe mit Hauptsitz in München. Die Produktpalette beinhaltet neben Papiertaschentüchern auch Toilettenpapier, Falthandtücher, Haushaltsrollen und Servietten. Zu den Kunden von SCA Europa zählen große internationale Handelsketten, die Industrie, der Service und der Handel. Zu den bekannten Marken gehören neben Tempo auch Tork, Zewa, Charmin, Bounty sowie ein breites Angebot von Handelsmarken. Als ein Geschäftsbereich der schwedischen SCA Gruppe beschäftigt SCA Tissue Europe circa 8600 Mitarbeiter.

Das Jubiläumsjahr begleitet SCA mit zahlreichen Aktionen. So gibt es ein Gewinnspiel, Designeditionen der Tempo-Päckchen und die Verbraucher werden aufgerufen, Fotos ihrer persönlichen emotionalen Momente einzusenden. Die schönsten Bilder werden Ende des Jahres auf den Tempo Packungen abgebildet. Weiteres dazu auf www.tempo-web.de