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Tapeten-Geschichte

Die ersten bedruckten Wandpapiere für bürgerliche Haushalte stammen aus dem 16. Jahrhundert. Aber erst die Kombination von Papierherstellung und Druck ermöglicht eine Art Serienfertigung: In französischen und englischen Papier-Manufakturen entstehen als Vorläufer der Tapete die so genannten Dominotiers. Sie werden bereits im 17. Jahrhundert mit Modeln aus Holz gedruckt und haben Rapportmuster, die eine fortlaufende Flächengestaltung erlauben. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts kommen aus England erste raumhohe Tapetenbahnen auf, die aus zusammengeleimten, handgeschöpften Papierbahnen bestehen. Mit der Zeit entwickelt sich zudem eine immer ausgeklügeltere Handdrucktechnik. Handbemalt oder mit Schablonen und Holzmodeln bedruckt entsteht eine breite Palette verschiedenster Dessins. Den Höhepunkt der Entwicklung stellen die Panoramatapeten dar. Auf bis zu 32 Tapetenbahnen, die allesamt mit Holzmodeln bedruckt werden, zeigen sie imposante Kriegsschauplätze, Stadtansichten und Landschaften.

Mit der Erfindung des Rundschöpfsiebes und der Herstellung von Endlospapier Anfang des 19. Jahrhunderts ist der erste Schritt zur industriellen Produktion der Tapete vollzogen. Die anfangs noch dampfbetriebenen Maschinen des Rotationsdrucks ermöglichen nicht nur eine Produktionssteigerung, sondern auch günstigere Preise.

Die Herstellung der Walzen ist jedoch noch kunsthandwerklich und wenig rationell: Die massiven Holzwalzen werden von Formstechern kunstvoll mit Metallstegen bestückt und größere Farbflächen mit Filz ausgefüllt. Erst die Einführung des Nacheinanderdruckes einzelner Farben auf modernen, so genannten„Schnell-Läufern“ machte die Tapetenherstellung schließlich effizient und flexibel.

So sahen Papiertapeten Ende des 18. Jahrhunderts aus.