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Schatzkisten aus Karton

Verpackungen sind unerlässlich zum Schutz der Waren. Außerdem sollen sie durch ansprechendes Design und optimale Funktion den Kunden zum Kauf anregen. Bestehen sie aus Papier, Karton oder Pappe überzeugen sie durch ihre Umweltfreundlichkeit. Aktuelle Trends, wie das Einkaufen im Internet, spielen bei der Gestaltung eine Rolle.

Gabriele Eisenbarth

Verpackungen schützen Waren vor Umwelteinflüssen und Beschädigungen. Zudem sind sie das Mittel der Wahl, um Marken einen unverwechselbaren Auftritt zu verleihen. Dem kommen die Hersteller durch immer ausgeklügeltere Angebote entgegen, wie die Beispiele von prämierten Verpackungen (siehe rechte Seite) zeigen. Rund 33 Milliarden Euro werden im Jahr deutschlandweit mit Verpackungen umgesetzt. Tendenz steigend. Einen großen Anteil daran hat das Internet, denn immer mehr Verbraucher kaufen über E-Shops ein. Das stellt die Markenartikler vor die Frage: Wie sehen unsere Produkte aus, wenn sie nicht mehr beim Handel im Regal stehen, sondern auf einem Internetportal? Langsam aber sicher fällt sogar die letzte Bastion des traditionellen Einkaufens: Der Lebensmittelmarkt. Händler versuchen auch im Lebensmittel-Versand verstärkt Fuß zu fassen. Und Verpackungshersteller bieten entsprechende Lösungen, wie etwa einen Karton mit verschiedenen Zonen für gefrorene, gekühlte und nicht gekühlte Waren.

Wirkung auch in E-Shops

Menschen, die in E-Shops einkaufen, zelebrieren das Auspacken regelrecht. Die Generation der 15- bis 25-Jährigen stellt regelmäßig Videos ins Netz, die sie beim Auspacken von Paketen zeigt. Die Message lautet: Ich habe gerade etwas Wunderbares eingekauft und Du, lieber Zuschauer, hast die Möglichkeit, das Gleiche zu erwerben. Blogger sind heute die wichtigsten Influencer, wenn es um Markenbewusstsein geht. Das Phänomen macht klar: Viele Kaufinteressenten sehen das Produkt und seine Verpackung heute oft zum ersten Mal im Netz und nicht mehr im Ladengeschäft.

Die Unternehmen müssen sich auf die veränderten visuellen Gewohnheiten einstellen. Wenn in der entsprechenden Abteilung über Verpackungen gesprochen wird, geht es automatisch auch um den Absatzkanal. Wurde bislang nur darüber diskutiert, wie eine Verpackung im Regal wirkt („Shelf-Impact“), so geht es heute auch um den „Stream Impact“. Also darum, wie eine Verpackung im Netz rüberkommt.

Pluspunkt Nachhaltigkeit

Verbraucher lieben Verpackungen aus Karton aufgrund ihrer Umweltfreundlichkeit. Denn viele haben Bilder von vermüllten Meeren vor Augen, in denen Plastik entsorgt wird und – im Gegensatz zu Karton – nicht verrottet. Immer mehr Unternehmen setzen deshalb auf Verpackungen aus Karton. Dieser besteht aus einem nachwachsenden Rohstoff und zudem häufig teilweise oder vollständig aus Recyclingpapieren. Es versteht sich von selbst, dass die Gestaltung dann auch dazu passen sollte, also die Nachhaltigkeit durch entsprechendes Design betont werden sollte. So kommt die Wirkung des Naturmaterials Karton am überzeugendsten beim Kunden an.

Kleinere Auflagen bei steigender Produktvielfalt

Noch ein weiterer Trend macht sich bei Verpackungen bemerkbar: Die Losgrößen werden kleiner und die Durchlaufzeiten verringern sich. Der Hauptgrund dafür ist die immer größer werdende Produktvielfalt. Gab es früher eine Sonnenschutzcreme in vielleicht zwei oder drei Lichtschutzfaktoren, so hat sich das Angebot heute vervielfacht. Außerdem kommen durch die Erweiterung des europäischen Absatzgebietes Richtung Osten immer mehr Sprachen dazu, so dass bei einem Produkt schnell 60 oder 70 Varianten zusammenkommen. Auf diese Veränderungen haben sich auch die Hersteller von Druckmaschinen eingestellt, indem sie digitalen Verpackungsdruck anbieten.


Klimaauswirkungen einer Verpackung

Der Umstieg von Kunststoff auf Karton kann die Klimaauswirkungen einer Verpackung stark senken. Dies zeigt eine Studie, die vom schwedischen Umweltforschungsinstitut IVL im Auftrag von Iggesund Paperboard durchgeführt wurde. Ausgangspunkt war die Untersuchung der üblichsten Verpackungstypen und der Vergleich der Unterschiede in Bezug auf die Klimaauswirkungen je nach der Wahl des Verpackungsmaterials. Verpackungen für Glühlampen sind das extremste Beispiel in der Untersuchung. Durch den Umstieg von Kunststoff auf Karton ist es möglich, die Klimaauswirkungen der Verpackung um 99 Prozent zu reduzieren. Noch am besten schnitt Kunststoff beim Vergleich einer Kartonverpackung für 500 Gramm Pasta mit einer dünnen Kunstststofftüte ab. Die Klimaauswirkungen der Kunststofftüte überstiegen die der Kartonverpackung „nur“ um das 3,25-fache. ■