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Papierindustrie fordert Anpassung der Holzhandelsverordnung

Holz aus illegalem Einschlag kann über Druckprodukte in die EU importiert werden.
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Der jüngste Bericht der Europäischen Kommission zur Implementierung der Europäischen Holzhandelsverordnung (EUTR) in den Mitgliedstaaten der EU offenbart nach Ansicht der deutschen Papierindustrie die anhaltende Schwäche der derzeitigen Gesetzgebung. Nach wie vor würden im Gegensatz zu Holz und Zellstoff fertige Druckprodukte, die von außerhalb der EU importiert werden, nicht von der Verordnung
erfasst, die den Handel mit illegal eingeschlagenem Holz unterbinden soll.

„Wir wissen, dass sich auch die Bundesregierung für die Einbeziehung von Druckerzeugnissen in die EUTR einsetzt. Es ist unverständlich, dass die Kommission dieses Schlupfloch nicht schließt“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Papierfabriken, Klaus Windhagen. Die EU-Kommission war in ihrem Bericht zu dem Schluss gekommen, dass die Umsetzung der EUTR in den meisten Mitgliedstaaten schleppend verlaufe. Zur geforderten Einbeziehung von Druckerzeugnissen hatte sie
lapidar erklärt, dass es hierzu unterschiedliche Auffassungen gebe und sie möglicherweise „eine Ausweitung des produktbezogenen Anwendungsbereichs in Betracht ziehe“.

Holz aus illegalem Einschlag und Raubbau werde über Druckprodukte weiter in die EU-importiert, während Papierhersteller und Druckereien beim Preiskampf mit Anbietern aus kritischen
Regionen oft nicht mithalten könnten, sagte Windhagen weiter.

Jährlich würden Druckprodukte für über drei Milliarden Euro von außerhalb der EU importiert. Produkte aus illegalem Holzeinschlag
beschädigten zudem das Image von Papier und Printprodukten aus legalen und nachhaltigen Quellen.