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Papier in seiner wertvollsten Form

Banknoten müssen einiges aushalten. Manche landen mit der Jeans in der Waschmaschine, andere nehmen ein unfreiwilliges Bad im Rotwein oder kommen in Kontakt mit Lösungsmitteln etwa in Form von Nagellackentferner. Dass sie solche Prozeduren meist unbeschadet überstehen, liegt zu einem großen Teil auch am besonderen Papier.

Gabriele Eisenbarth

Banknotenpapier besteht immer aus Baumwolle, denn kein anderer Ausgangsstoff ist ähnlich belastbar und langlebig. Die besondere Haptik von Baumwollpapier ist schon für sich eine Art Sicherheitsmerkmal, denn selbst Papierlaien spüren den Unterschied auf Anhieb.

Für die Papierherstellung werden nur die kurzfaserigen bis maximal fünf Millimeter langen und als Linters bezeichneten Samenhaare eingesetzt, die sich nicht für die Textilproduktion eignen. Baumwolle ist im Vergleich zu Holz ein bedeutend teurerer Ausgangsstoff für die Papierherstellung, was für unerwünschte Nachahmer womöglich eine gewisse Hürde bei der Beschaffung darstellt.

Streng überwachte Produktion

Weltweit gibt es nur etwa 30 Betriebe, die Banknotenpapier herstellen dürfen. Häufig sind das staatliche Betriebe und in jedem Fall wird die Produktion streng kontrolliert. Das gilt auch für die Papierfabriken von Louisenthal, die in Gmund am Tegernsee und in Königstein bei Dresden Banknotenpapier herstellen. Louisenthal gehört zum Konzern Giesecke + Devrient mit Sitz in München, neben der Bundesdruckerei die einzige Druckerei in Deutschland, die Geldscheine drucken darf. Aus 1.000 Tonnen Banknotenpapier entstehen circa eine Milliarde Geldscheine. Die gesamte Jahresproduktion wird weltweit nur auf 140.000 Tonnen geschätzt, eine Menge, die eine einzige Newsprint-Papiermaschine in wenigen Monaten erreicht.

Sicherheit hat Priorität

Zentrale Sicherheitsmerkmale, wie zum Beispiel das Wasserzeichen und der Silberfaden, werden schon während des Herstellungsprozesses in das Papier eingebracht. Der circa ein Millimeter breite Silberfaden besteht aus einer Folie, die metallisiert und anschließend mit dem Wert der Banknote in Zahl und Wort bedruckt wird. Auf Spulen aufgewickelt wird die Folie direkt in den Papierbrei eingearbeitet und komplett von diesem umschlossen. Als weiteres Sicherheitsmerkmal kommen spezielle Fasern in den Brei, die unter UV- Licht leuchten. Produziert wird immer auf Rundsieben, denn nur so ist es möglich, ein schattiertes Wasserzeichen zu bekommen. Ein zentraler Bestandteil dieses Siebes ist der Expansionszylinder, auf den mehrere Siebe aufgezogen und gespannt werden.

Bei der Blattbildung auf der Rundsiebmaschine lagern sich die Papierfasern in unterschiedlicher Dichte ab und erzeugen so stufenlos modellierte Bilder wie zum Beispiel Portraits. Hält man das Blatt Papier gegen das Licht entsteht durch den starken Kontrast zwischen hellen und dunklen Flächen ein dreidimensionaler Effekt. Die Spezialisten von Louisenthal arbeiten daran, Banknotenpapiere durch weitere Merkmale immer sicherer zu machen. Ein Beispiel dafür ist die neue Musternote „Wasser“, die im Jahr 2017 sogar prämiert wurde (siehe Foto).


Eine Musterbanknote.