Archiv Im Blickpunkt

Nachgefragt bei „Insidern“

Angeregt durch die infas-Studie fragten wir Auszubildende der Papierindustrie: Wussten Sie als Schülerin oder Schüler schon etwas über die Papierherstellung und den Beruf des Papiertechnologen? Und wie reagieren Bekannte, wenn Sie Ihren Beruf nennen?

„Filtermedien sind in der Weinregion bekannt“

Der 34-jährige Christoph Singer besucht zurzeit die Turbo-Klasse an der Schule in Gernsbach, in der Umschüler aus anderen Berufen in zwei Jahren die Ausbildung zum Papiertechnologen absolvieren. Der gelernte Stahlbauer arbeitet seit fast neun Jahren in der Produktion als Mitarbeitender Instandhalter bei der Pall Corporation in Bad Kreuznach und macht dort auch die Ausbildung zum Papiertechnologen. Er wusste also, was bei der Ausbildung auf ihn zukommt. Pall ist kein klassischer Papierprodu- zent, sondern stellt Lösungen zum Flüssigkeitsmanagement her, darunter Filter etwa für den Weinausbau oder Brauereien. In Bad Kreuznach und Umgebung ist das Unternehmen ein Begriff. In der Weinregion kennt man die Filtration von Getränken, weitere Anwendungen der Filter allerdings weniger.

„Die Leute sind interessiert“

Simon Schroeder (19 Jahre) macht eine Ausbildung bei der WEIG-Gruppe in Mayen und besucht das Berufskolleg in Gernsbach. WEIG ist in Mayen und Umgebung sehr bekannt und hat einen guten Ruf als Großunternehmen, das sichere Arbeitsplätze bietet. Über den Beruf des Papiertechnologen wusste er als Schüler relativ wenig, machte dann aber Praktika, um „einen Einblick zu erhalten“. Die Papierindustrie sei eine relativ unbekannte Branche, meint er, und der Beruf des Papiertechnologen nicht jedem geläufig. Neuen Bekannten erzählt er meist zuerst, dass er bei WEIG arbeitet, seinen Beruf muss er jedoch oft erklären. „Die Leute sind aber interessiert und schätzen das Produkt Verpackung“, so Simon Schroeder.

„Auf Ausbildungsmesse etwas erfahren“

Kriangsak Saengpradit (18 Jahre) kannte als Schüler zwar schon das Unternehmen Stora Enso, wusste aber nicht, was dieses produziert. Bei einer Ausbildungsmesse in Karlsruhe hat er dann mehr erfahren. Seit einem Jahr macht er jetzt die Ausbildung zum Papiertechnologen bei Stora Enso Maxau und besucht das Berufskolleg in Gernsbach. „Die meisten Leute können mit dem Beruf des Papiertechnologen wenig anfangen“, ist seine Erfahrung. „Auch über die verschiedenen Papierprodukte wissen sie wenig“.

„Das Wort Technologe beeindruckt“

Liza Schlott, Auszubildende zur Papiertechnologin bei Sappi Stockstadt, ist über das Internet auf den Beruf des Papiertechnologen aufmerksam geworden. Er wurde ihr genannt, als sie dort einen Persönlichkeits- und Fähigkeitstest machte. Daraufhin hat sie sich, auch im Internet, weiter informiert, und „es hat sich vielversprechend angehört“, wie sie meint. Wenn sie Bekannten ihren Beruf nennt, seien die beeindruckt, was wohl auch am Wort „Technologe“ liege. Es gebe zwar Rede- und Erklärungsbedarf, aber „die Leute finden es interessant und gut, was ich mache, vielleicht, weil es eher ein Männerberuf ist, der auch ungewöhnlicher ist“, sagt sie.