Archiv Im Blickpunkt

Mit verantwortungsvoller Forstwirtschaft globale Ziele erreichen

In den UN-Berichten zu Klima und Artenvielfalt spielen Wälder eine herausragende Rolle sowohl als Kohlenstoffspeicher als auch als Hot-Spots der Artenvielfalt. Die ETH Zürich hat vor kurzem eine so einfache wie wirkungsvolle Methode zur Bekämpfung der Erderwärmung empfohlen: Pflanzt Wälder. Dieser Beitrag zeigt am Beispiel von UPM, wie sich jedes Unternehmen für verantwortungsvolle Waldwirtschaft und Artenschutz einsetzen kann.

Dr. Stefanie EichinerManager SustainabilityUPM Communication Papers

Die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen wurden im
September 2015 von der UN-Generalversammlung genehmigt; das Entwicklungsprogramm läuft bis zum Jahr 2030. Das 15. Ziel thematisiert das „Leben an Land“.

Wälder sind der Schlüssel zu Nachhaltigkeit an Land

Wälder bedecken 30 Prozent der Erde, sie sind die grünen Lungen, Hot-Spots der Artenvielfalt und eine der wertvollsten Ressourcen. In der Europäischen Union, wo der Anteil zertifizierter Wälder weltweit am höchsten ist, hat die Waldfläche im Laufe der vergangenen 20 Jahre um elf Millionen Hektar beziehungsweise acht Prozent zugenommen. Das UN Ziel „Leben an Land“ fordert die nachhaltige Bewirtschaftung aller Wälder, ein Ende der Entwaldung, die Förderung der Artenvielfalt, und (Wieder-) Aufforstung weltweit.

Neue Wälder pflanzen

In den vergangenen 30 Jahren hat UPM 147.000 Hektar Wald aufgeforstet; das bedeutet, zuvor unbewaldete Flächen wurden zu neuem Wald. Damit hat das Unternehmen eine Senke für 24 Millionen Tonnen CO2 geschaffen. Aktuell binden diese Wälder fortlaufend jährlich zwei Millionen Tonnen CO2. UPM pflanzt jährlich 50 Millionen Bäume. Dies entspricht durchschnittlich 100 Setzlingen pro Minute.

Die Lieferkette sichern

Wer Holz kauft, hat die Möglichkeit, es verantwortungsvoll zu beziehen. Holz mit den Siegeln von FSC® oder PEFC™ stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. Beides sind unabhängige, gemeinnützige Organisationen, die durch Standardsetzung und Kontrollen die Beachtung umweltrelevanter, sozialer und wirtschaftlicher Aspekte der Waldbewirtschaftung sicherstellen. Bei UPM sind 81 Prozent aller Holzrohstoffe auf diese Weise zertifiziert. Ziel ist es, bis 2030 hundert Prozent zu erreichen.

In Europa gilt die EU-Holzhandelsverordnung, die zur Rückverfolgbarkeit der Holzrohstoffe verpflichtet. Unterstützung bei dieser Aufgabe bieten die Chain-of-Custody Systeme von FSC® und PEFC™, FSC Controlled Wood und PEFC Controlled Source. Durch eine Mischung aus Anforderungen an die Lieferdokumentation und Vor-Ort-Audits bei Lieferanten lassen sich Risiken in der Lieferkette reduzieren. Bei UPM trifft dies auf 100 Prozent aller Holzeingänge zu.

Die Artenvielfalt im Wald fördern

Das UPM Biodiversitätsprogramm definiert seit 20 Jahren klare Ziele und Best-Practices zur Erhaltung der Artenvielfalt in Wäldern – in unternehmenseigenen und denen der Lieferanten. Dadurch erhöht UPM durch gezielte Maßnahmen den Reichtum an Lebensräumen und Arten im Wirtschaftswald.

Artenschutz in Wirtschaft und Politik

Aber auch wer keinen eigenen Wald bewirtschaftet, kann sich zusammen mit anderen für Biodiversität in seiner Wertschöpfungskette engagieren. UPM macht dies seit elf Jahren als Gründungs- und Vorstandsmitglied bei der „Biodiversity in Good Company“ Initiative. Die Mitgliedsunternehmen reichen von der Landwirtschaft über den Einzelhandel bis hin zu Verlagen und Finanzdienstleistern.

Mit Bildung zu mehr Nachhaltigkeit

Im Rahmen seines Spendenschwerpunkts „Lesen und Lernen“ unterstützt UPM die Kinderakademien von Plant for the Planet, besonders in Entwicklungsländern, wo es oft an lokalen Unterstützern fehlt. Auf den kostenlosen, eintägigen Veranstaltungen informieren Kinder andere Kinder wie sie der Klimakrise entgegenwirken können. Dazu pflanzen sie auch Bäume, um auf deren besondere Bedeutung beim Klima- und beim Artenschutz aufmerksam zu machen.

Möglichkeiten für jeden

Die genannten Beispiele zeigen, dass sich jedes Unternehmen für das UN Nachhaltigkeitsziel 15 „Leben an Land“ engagieren kann. Und zwar unabhängig davon, ob es Wald besitzt, Holz kauft, oder Wälder auf den ersten Blick in seiner Wertschöpfungskette gar keine Rolle zu spielen scheinen. Durch die Unterstützung von Bildung und das Einbringen in Netzwerke kann sich auch engagieren, wer bisher davon ausging, mit seiner Tätigkeit wenig Einfluss auf die Wälder der Erde zu haben.