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LEIPA PM 5 erfolgreich angelaufen

Die LEIPA Unternehmensgruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit einer Investitionsquote von zehn Prozent vom Umsatz technisch und technologisch immer up-to-date zu sein. Mit dem Umbau der PM 5 in Schwedt hat sie diese Quote weit übertroffen. Sie verfügt nun über eine der produktivsten Anlagen für White Top Testliner.

VM

Am 31. März 2018 meldete LEIPA in Schwedt nach erfolgreichem Anlauf der PM 5 erstes „Papier auf Tambour“. Am 6. Juni wurde die Papiermaschine dann mit einem Gottesdienst und vielen Gästen, darunter Projektbeteiligte, Partner und Vertreter von Behörden sowie Inhaber Dr. Hubert Schrödinger offiziell eingeweiht. Am Samstag darauf konnten die Familien der über 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von LEIPA Schwedt die neue Maschine besichtigen. Viele hatten sicher schon von ihren Angehörigen etwas über den Umbau gehört, schließlich waren während der Funktionsproben und Inbetriebnahme alle rund 250 Mitarbeiter des LEIPA Werkes Schwedt Nord aktiv involviert.

Mit der PM 3 und der neuen PM 5 verfügt das Unternehmen zukünftig über eine jährliche Gesamtkapazität von 700.000 Tonnen gestrichenem und ungestrichenem White Top Testliner. LEIPA Group CEO Peter Probst sagte: „Wir freuen uns, gemeinsam mit unseren Kunden aus dem Bereich Wellpappe
erfolgreich wachsen zu können. Die Nachfrage nach unseren Liner-Produkten bewegt sich auf einem Allzeithoch. Tendenz steigend. Und auch die Preise haben ein sehr gutes Niveau erreicht. Die Bedingungen sind mehr als gut für einen erfolgreichen Markteintritt der LEIPA PM 5.“ Boomender E-Commerce, steigende Ausgabenbereitschaft für Konsumartikel und der Wunsch der Verbraucher nach funktionalen, qualitativen, umweltbewussten Verpackungen lässt die Nachfrage nach Wellpappe steigen. Ihr Vertriebsnetz mit mehreren Standorten in Europa hat LEIPA in den vergangenen Jahren durch Kooperationen weiter gestärkt, um auch außereuropäische Anfragen bedienen zu können.

Im Jahr 2016 hatte die LEIPA die PM 11, eine Maschine für grafische Papiere, von UPM Schwedt gekauft – mit Betriebsübergang der Mitarbeiter. Insgesamt 250 Millionen Euro hat das Familienunternehmen in den Erwerb und Umbau der Zeitungsdruckpapiermaschine zur leistungsstärksten Papiermaschine für Wellpappenrohpapiere auf 100 Prozent Recyclingbasis investiert. Mit dem Umbau beauftragte es das Heidenheimer Technologie-Unternehmen Voith, das nahezu jede Komponente der bestehenden Anlage modifizierte. So ersetzt ein neuer Hybridformer mit zwei Stoffaufläufen den bisherigen Former. Für den Übergang zur Pressenpartie sowie für die Presse entwickelte Voith eine Lösung mit einer DuoCentri NipcoFlex Schuhpresse im Zentrum. Die PM 5 verfügt über eine Vor- und Nachtrockenpartie. Durch eine neue MasterReel Aufrollung sowie den Umbau der beiden bereits vorhandenen DuoRoller lassen sich an ihr nun Tambourdurchmesser bis 3,5 Meter realisieren.

Das Umbau-Team integrierte in der PM 5 mehr als 333 neue Motoren, die zum größten Teil in das Automatisierungskonzept eingebunden sind. Insgesamt erfasst das System über 15.000 Signale. „Der kontinuierliche Datenstrom bildet für uns eine wichtige Grundlage, die Papierqualität jederzeit gleichbleibend hoch zu halten“, erklärte Falk Friedrich, Werkleiter im LEIPA Werk Schwedt Nord.

Parallel zum Umbau entstand eine neue Anlage für die effiziente Aufbereitung von bis zu 1.400 Tonnen Faserstoff aus Altpapier pro Tag. Auch hier wartet das „Projekt LEIPA PM 5“ mit Superlativen auf: Die IntensaDrum Auflösetrommel ist mit einer Länge von 50 Metern und einem Durchmesser von 4,5 Metern die größte, die Voith je
geliefert hat. Die bereits vorhandene Deinkinganlage blieb in großen Teilen erhalten, allerdings wurden energiesparende Komponenten für Bleiche sowie Flotation eingebaut, die gemeinsam mit den neuen Reinigungssystemen Faserverluste reduzieren.

Nur vier Monate dauerte es vom Abstellen der PM 11 bis zum Anlauf der neuen PM 5. Christian Schürmann, COO der LEIPA Group GmbH lobte: „Das gesamte Projektteam hat beim Umbau der PM 5 eine tolle Arbeit geleistet“.

Beteiligt waren etwa 50 direkte Projektmitarbeiter aus den Standorten Schwedt Nord und Süd, außerdem circa 20 Mitarbeiter aus Zentralbereichen für Schnittstellenbearbeitung.


Auf einen Blick

PM 5

  • Jahreskapazität: 450.000 t ungestrichener White Top Testliner
  • Grammaturbereich von
    100 bis 140 g/m2
  • 8.500 mm Netto-Arbeitsbreite
  • 1.200 m/min Betriebsgeschwindigkeit

PM 3

  • Jahreskapazität: 250.000 t gestrichener und ungestrichener White Top Testliner
  • Grammaturbereich von
    125 bis 200 g/m2
  • 4.400 mm Netto-Arbeitsbreite
  • 1.000 m/min Betriebsgeschwindigkeit

Die LEIPA Unternehmensgruppe

Die LEIPA geht zurück auf eine Papiermühle im bayerischen Schrobenhausen, die Michael Leinfelder im Jahr 1847 kaufte. Im Jahr 1992 übernahm LEIPA die Schwedt Papier und Karton GmbH, die Anfang der 60er Jahre als größte und modernste
Papierfabrik in der DDR erbaut worden war. Nach Neustrukturierung der Unternehmensgruppe im Jahr 2015 und Übernahme der UPM Papierfabrik Schwedt 2016 sowie Umbau der PM 5, produziert die LEIPA 700.000 t White Top Testliner, 530.000 t Magazinpapier, 125.000 t Karton, 21.000 t Spezialpapier und rund
400 Mio. m2 an Flexibler Verpackung. Sie beschäftigt insgesamt 1.685 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.