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Kompetenzen gebündelt

Am 1. Juli 2016 haben sich die Institute für Verarbeitungsmaschinen und Mobile Arbeitsmaschinen, für Holz- und Papiertechnik und für Lebensmittel- und Bioverfahrenstechnik zum Institut für Naturstofftechnik an der Fakultät für Maschinenwesen der Technischen Universität Dresden zusammengeschlossen. Damit können branchenübergreifend Kenntnisse vermittelt werden.

Prof. Dr. Frank Miletzky

Im Institut bündeln sich Kompetenzen auf dem Gebiet der Gewinnung, Verarbeitung und Veredlung von Naturstoffen entlang der Wertschöpfungskette zum Beispiel für Lebensmittel, biotechnologische Produkte, oder Holz- und Faserwerkstoffe im Sinne einer Kreislaufwirtschaft. Die 160 Mitarbeiter des Institutes für Naturstofftechnik sind auf folgenden Handlungsfeldern aktiv:

  • Sicherung der weltweiten Ernährung,
  • Nachhaltige Gestaltung der Agrarproduktion,
  • Produktion gesunder und sicherer Lebensmittel,
  • Industrielle Nutzung nachwachsender Rohstoffe,
  • Entwicklung von Energieträgern auf Basis von Biomasse.

Der Studiengang „Verfahrenstechnik und Naturstofftechnik“ hat viele Berührungspunkte zu den Naturwissenschaften, zum Anlagenbau sowie zur Mess- und Automatisierungstechnik. Über die Teilgebiete Konstruktion und Fertigungstechnik besteht eine enge Verbindung zum Maschinenbau. Das Studium verknüpft Theorie und Praxis, indem es die natur- und ingenieurwissenschaftliche Grundlagenausbildung mit der anwendungsorientierten Wissensvermittlung im Rahmen umfangreicher Spezialisierungsmöglichkeiten verbindet. Diese sind:

Holztechnik: Hier geht es um die technische Nutzung des Rohstoffes Holz: Sowohl der anatomische und chemische Aufbau wie auch die mechanisch-physikalischen Eigenschaften sind dafür von grundlegender Bedeutung. Vor allem die Möglichkeit der Verarbeitung des Rohstoffes zu Halbwaren (zum Beispiel Schnittholz, Holzwerkstoffe und Verbundwerkstoffe mit innovativen Papierwabenkonstruktionen) oder Endprodukten (zum Beispiel Bauelemente) stehen im Mittelpunkt der betrachteten Technologien. Dazu gehören die notwendigen Maschinen und Anlagen genauso wie zum Beispiel Beschichtungsmittel oder Klebstoffe.

Faserwerkstofftechnik: Die Gewinnung, Modifizierung und Verarbeitung pflanzlicher Fasern allgemein zu Naturfaser-Dämmstoffen, Faser-Kunststoff-Verbunden bis hin zu Biocompositen stehen hier im Fokus. Umweltverträglicher Leichtbau ist dabei eine mögliche Anwendung.

Papiertechnik: Die Erzeugung und Aufbereitung von Papierfaserstoffen, meist aus pflanzlichen Fasern, sowie die Erzeugung, Veredlung und Verarbeitung von Papier, Karton und Pappe beinhaltet die Papiertechnik. Dabei sind die Einsparung von Energie und Material sowie die Entwicklung von Verbunden (cellulose-basiert und auch aus Reststoffen der Papierindustrie) wesentliche Forschungsaspekte für ein auch in Zukunft nachhaltiges Material.

Die Studieninhalte

Die Studienrichtung „Holztechnik und Faserwerkstofftechnik“, wozu die Papiertechnik gehört, bietet das einzige ingenieurtechnische Diplom-Studium der Holzwissenschaften an einer deutschen Universität und ist im Studiengang „Verfahrenstechnik und Naturstofftechnik“ integriert. Neben dem grundständigen Studiengang existiert ein Diplom-Aufbaustudiengang, der eine Fortsetzung des Studiums in der Studienrichtung „Holztechnik und Faserwerkstofftechnik“ für Absolventen mit anerkanntem berufsqualifizierendem Hochschulabschluss (BA, FH, Uni) Verfahrenstechnik (Holztechnik oder vergleichbar) ermöglicht.

Die Inhalte des Grundfachstudiums sind fachübergreifend:

  • Physikalische Grundlagen der Holztechnik und Faserwerkstofftechnik
  • Chemische Grundlagen der Holztechnik und Faserwerkstofftechnik
  • Grundlagen der Holzanatomie
  • Grundlagen der Holztechnik und
    Faserwerkstofferzeugung
  • Grundlagen der Holztechnik und
    Faserwerkstoffverarbeitung

Anschließend werden sowohl holztechnische als auch papiertechnische Vertiefungsmodule mit folgenden Inhalten angeboten:

  • Möbel- und Bauelementeentwicklung
  • Holzschutz
  • Holztrocknung und -modifikation
  • Praxis der Holztechnologie
  • Produktfertigung
  • Füge- und Beschichtungstechnik
  • Trenntechnik
  • Holzbau
  • Technisches Design
  • Design-Grundlagen
  • Fertigung von Faserverbundstrukturen
  • Kunststofftechnologien
  • Maschinen und Prozesse der Papierherstellung
  • Maschinen und Prozesse der Papierverarbeitung
  • Papierphysik und Papierprüfung
  • Papier- und Zellstoffchemie
  • Innovative naturfaserbasierte Produkte
  • Spezielle Prozess- und Regelungsstrategien der Papiertechnik
  • Papierkreisläufe und Altpapieraufbereitung

Praxis steht Pate

Die Vorteile des integrierten Studienganges liegen auf der Hand: branchenübergreifende Vermittlung von Kenntnissen, die sich aus den Stärken und Spezifika der jeweiligen Bereiche ableiten; dadurch fachübergreifende Methodik und stärkere Festigung der gemeinsamen Grundlagen.

Im Studienverlauf ergeben sich für die Studierenden vielfältige Möglichkeiten, das gesamte Holz basierte wirtschaftliche Umfeld kennenzulernen. Dazu tragen neben einigen Vertiefungsmodulen auch die gemeinsamen Exkursionen zu Unternehmen und Einrichtungen sowohl der Holz- und Holzwerkstofftechnik als auch der Papierindustrie sowie Praktika an der Papiertechnischen Stiftung (PTS) in Heidenau bei.

Förderung durch die Wirtschaft

Das vielseitige, praxisnahe Studium bietet tiefe Einblicke in die Holz-, Holzwerkstoff-, Papier- und Zulieferindustrie, weiterverarbeitenden Industrien sowie in weitere Branchen. Im fünfjährigen Studium werden neben den naturwissenschaftlichen und verfahrenstechnischen Kenntnissen auch interdisziplinäre Denkweisen vermittelt, die für den späteren beruflichen Erfolg notwendig sind.

Die international anerkannte Ausbildung bietet eine zielgerichtete Qualifikation für zukünftige Nachwuchskräfte, eine breite Unterstützung aus der Industrie sowie den Verbänden, die Stipendien gewähren.

Nähere Informationen zum Studium stehen unter: http://tu-dresden.de/hft


Das Studium vermittelt natur- und ingenieurwissenschaftliche Grundlagen sowie anwendungsorientiertes Wissen.