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Kinder lesen gerne auf Papier

Viele Kinder vertiefen sich gerne in Bücher und Zeitschriften.
Foto: Sergey Nivens – stock.adobe.com
72 Prozent aller deutschen Kinder zwischen vier und 13 Jahren lesen auch im digitalen Zeitalter mehrmals pro Woche von Papier. Das geht aus einer Studie mehrerer Verlage zum Medienkonsum von Kindern in Deutschland hervor.

Über 2000 Interviews mit Kindern und Erziehungsberechtigten wurden für die Studie der Medienhäuser Blue Ocean Entertainment AG, Egmont Ehapa Media GmbH, Gruner + Jahr, Panini Verlags Gmbh, Spiegel-Verlag und Zeit Verlag geführt. Das Ergebnis mag manchen erstaunen, der dachte, dass Kinder nur noch vor dem großen oder kleinen Bildschirm sitzen. Der Studie zufolge schauen 61 Prozent der Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren mehrmals pro Woche in Bücher, 55 Prozent lesen Kinderzeitschriften und Comics. Damit liegt das klassische Lesen gleichauf mit Freizeitbeschäftigungen wie Internet und Apps nutzen (62 Prozent) – und deutlich vor digitalen Unterhaltungsformen wie YouTube (34 Prozent), Spielekonsolen (28 Prozent) oder DVDs und Blu-Rays (15 Prozent).

Auch im Alter von vier und fünf Jahren sind es neben Fernsehen (93 Prozent) und Radio (41 Prozent) vor allem Printmedien wie Bücher (68 Prozent), Kinderzeitschriften und Comics (44 Prozent), mit denen sich der ganz junge Nachwuchs mehrheitlich auseinandersetzt. Auffällig: Trotz der Konkurrenz durch neue Medien ist „Bücher und Zeitschriften lesen und anschauen“ der Studie zufolge vom Vorschüler bis zum 13-jährigen Jugendlichen bei den Freizeitbeschäftigungen signifikant beliebter als „Digitale Spiele spielen“, „Chatten/Telefonieren“ oder „Filme ansehen“.

Kinder bleiben in ihrer Freizeit auch gerne offline. Sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen werden Aktivitäten wie „Mit Freunden zusammen sein“ und „Im Freien spielen“ bevorzugt genannt. Zwischen zehn und 13 Jahren wird für die Jungen „Sport treiben“ relevant, für beide Geschlechter zudem „Chillen und Ausruhen“.

Und dies, obwohl ihnen moderne Technik zur Verfügung steht: 37 Prozent der Sechs- bis Neunjährigen besitzen bereits ein eigenes Smartphone oder Handy. Bei den Zehn- bis 13-Jährigen haben 84 Prozent ihr eigenes mobiles Endgerät. Unabhängig vom eigenen Handy verschicken die meisten Zehn- bis 13-Jährigen SMS (61 Prozent) oder WhatsApp-Nachrichten (68 Prozent). ■


Leseförderung und -tipps

Lesen muss Teil jeder Kindheit und Jugend werden, damit alle die gleichen Chancen haben. Dafür setzt sich die Stiftung Lesen ein, unter anderem mit dem Bundesweiten Vorlesetag, Preisen für Projekte zur Leseförderung sowie Medienempfehlungen für Kinder, Eltern und Pädagogen.

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