Archiv Im Blickpunkt

Intensiver Austausch

Seit Mai 2011 besteht die Bildungspartnerschaft zwischen der Realschule Ehingen und dem Sappi-Werk Ehingen. Verschiedene Begegnungen zwischen Schülern, Lehrern und Mitarbeitern des Unternehmens führten zu einem regen Austausch.

VM

Bei Unterzeichnung des Kooperationsvertrages wiesen mehrere Anwesende auf den Nutzen einer solchen Partnerschaft hin. So erwähnte Martina Doleghs, Projektleiterin Bildungsnetzwerk Schule/Wirtschaft der IHK Ulm, dass 14 Prozent der Auszubildenden ihre Ausbildung abbrechen. Ein Großteil gebe als Grund an, sich den Beruf anders vorgestellt zu haben.

Schüler hatten viele Fragen
Solche Fehlentscheidungen könnten frühzeitige Kontakte zwischen Ausbildungsbetrieben und Schülern verhindern, wie sie eben die Bildungspartnerschaft ermögliche.

Schulleiter Paul Geiselhart sagte, die Schüler könnten durch Kontakte zu Wirtschaftsunternehmen lebensnahe Erfahrungen machen. „Experten von außen werden wegen ihrer praktischen Kompetenz von Schülern oft eher akzeptiert als Lehrer“, ist seine Erfahrung.

Einblick in die Praxis erhielten beispielsweise die Schüler und Schülerinnen von vier neunten Klassen der Realschule, als Mitarbeiter und Auszubildende von Sappi Ehingen sie besuchten und Ausbildungsberufe vorstellten. Neben Christian Sauter, Fachkraft für Abwassertechnik, waren es die Papiertechnologie-Azubis Christian Kermeci und Anatolij Brilz. Sie präsentierten die wichtigsten Inhalte ihrer Ausbildung, die unterschiedlichen Ausbildungswege und die Möglichkeiten, sich für ein entsprechendes Betriebspraktikum oder direkt für die gewünschte Ausbildung zu bewerben. Die Schüler nutzten den Besuch der Praktiker aus dem Betrieb und stellten viele Fragen: zum Unternehmen, zum Blockunterricht in Gernsbach, zu den einzelnen Ausbildungsstufen, zur Unterstützung durch Vorgesetzte, Kollegen und Kolleginnen. Auch das Arbeitsklima interessierte sie.

Eine weitere Gelegenheit, die Kontakte zu intensivieren, bot das Schulfest der Realschule. An einem eigenen Stand stellten der Ausbilder Papiertechnik Christian Leckebusch und die Azubis Sarah Kaiser (Industriekauffrau), Anatolij Brilz (Papiertechnologe) und Johannes Lepple (Energieelektroniker) das Ausbildungsangebot bei Sappi Ehingen vor. Auf Stellwänden gab es zusätzliche Präsentationen mit Fotos und Postern zu den verschiedenen Berufsrichtungen, außerdem lagen Flyer zum Mitnehmen aus. Interessierte Schüler konnten sich für den bevorstehenden Betriebsinformationstag bei Sappi Ehingen anmelden.

Im Oktober 2011 lud das Werk Ehingen Lehrer und Lehrerinnen ein. Werksdirektor Dr. Steffen Wurdinger stellte ihnen die wichtigsten Unternehmensdaten vor und zeigte verschiedene Bücher, Magazine und Kataloge, die auf hochwertigem Sappi-Papier gedruckt wurden. Während einer Werksbesichtigung beantwortete er Fragen zum Thema Papierproduktion. Die Lehrer waren beeindruckt, nicht nur von den Sappi-Papieren und der Größe der Papiermaschine, sondern auch von Sappis Anstrengungen zum Umweltschutz.

Prüfungsvorbereitung im Werk
Eine besondere Chance bekamen Schüler, die bei einem fächerübergreifenden Projekt zum Thema „Papierherstellung“ mitmachten. Zur Prüfungsvorbereitung konnten sie sich unter fachmännischer Begleitung im Werk Ehingen kundig machen. Am vereinbarten Termin führte sie Alexander Rief, Ausbilder Papiertechnologie, durch die Papierfabrik, erklärte ihnen die einzelnen Schritte vom Rohstoff Holz bis zur Produktion und beantwortete ausführlich alle Fragen. Mittels einer Sappi-Broschüre und einer CD „Herstellung von Papier“ konnten die Schüler zu Hause alles noch einmal in Ruhe durchgehen.

Einiges ist passiert in dem Jahr seit Bestehen der Bildungskooperation. Sicher sind die Papierherstellung und auch die entsprechenden Ausbildungsberufe Schülern und Lehrern jetzt bekannter als zuvor. Sappi Ehingen bewertet die Erfahrungen mit der Bildungspartnerschaft sehr positiv. Bewerbungen aus der Realschule sind im Jahr 2011 in höherer Anzahl als zuvor eingegangen. Ein Schüler konnte zum Beispiel für die Ausbildung zum Papiertechnologen gewonnen werden.

Bei Sappi Ehingen sind 550 Mitarbeiter beschäftigt. 25 junge Menschen lernen die Berufe Papiertechnologe, Fachkraft für Abwassertechnik, Industriemechaniker, Elektroniker, Industriekaufmann sowie Anlagenfahrer Ausrüstung. Produziert werden am Ehinger Standort 260 000 Tonnen grafische gestrichene Papiere und 135 000 Tonnen Zellstoff.

Zur Umsetzung des Unternehmensleitbildes der Sappi-Gruppe, insbesondere hinsichtlich Sicherheit, Gesundheitsschutz, Umweltschutz, Unternehmensschutz und Qualität setzt sich das Werk jährlich ehrgeizige Ziele. Basis dafür ist die Einhaltung der integrierten Managementsysteme nach den aktuellen Normen DIN ISO 9001, DIN ISO 14001, BS OHSAS 18001 und EMAS sowie PEFC/FSC.