Archiv Im Blickpunkt

Hohe Anforderungen

Veronika Gareus-Kugel

Die 52 Absolventen stammten aus drei Meisterkursen, einem zweijährigen Teil- sowie einem einjährigen Vollzeitkurs Papiererzeugung und dem Meisterkurs Papier und Kunststofferzeugung. Ihr jetzt erworbener Abschluss ist im europäischen Qualifizierungsrahmen mit
einem Bachelorabschluss gleichgestellt. „Sie erwarten gute Zukunftsaussichten und Rahmenbedingungen in einer kleinen, feinen, hochtechnischen Industrie“, erkärte der Vertreter des Fördervereins des Papierzentrums und dessen

stellvertretender Hauptgeschäftsführer Axel Stengel bei der Verabschiedungsfeier im Papierzentrum. Er beleuchtete kurz die wirtschaftlichen Aussichten
einiger Papiersparten. Stabilisiert habe sich, so Stengel, der Bereich grafischer Papiere. „Ein Wachstumsmarkt ist der Verpackungsbereich, bei den technischen Spezialpapieren läuft es auch sehr gut. Insgesamt präsentiert sich die Papierindustrie gut aufgestellt. Die Mitgliedsfirmen schauen mit verhaltenem

Optimismus in die Zukunft“, so Axel Stengel. Wichtig sei, dass die Papierindustrie als energieintensiver Wirtschaftszweig weiter von der Energieumlage ausgenommen bleibe. Dies sei notwendig, so Stengel, „wenn wir die Papierindustrie in Deutschland halten wollen“.

„Ein Meisterbrief ist nicht einfach so mitzunehmen. Die Anforderungen sind sehr hoch“, betonte der Leiter der Papiermacherschule – Schulzentrum Papiertechnik Oberstudiendirektor Jürgen Gerstner. In seiner Rede beleuchtete er den anstehenden Aufstieg der Meisterkursabsolventen vom Kollegen zum Vorgesetzten. „Jetzt gilt es, theoretische Informationen in die Praxis umzusetzen“. Er wünschte allen, „dass der Wissenstransfer gut gelingt“. Ferner erinnerte Gerstner an die Angebote der im Papierzentrum angesiedelten Bildungsakademie, um Wissen zu vertiefen und zu erweitern. Die Glückwünsche der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe überbrachte die für internationale Berufsbildung zuständige Referentin Sonja Waldherr-Rummel. Sie lobte die hohe Qualität der Ausbildung am Schulzentrum Papiertechnik. Zusammen mit Jürgen Gerstner überreichte sie die Meisterbriefe an die frischgebackenen Meister, und in diesem Jahr sogar eine Meisterin. Traditionsgemäß und wie es sich für einen Meister Papiererzeugung gehört, gab es nicht nur den offiziellen IHK-Meisterbrief, sondern auch ein kunstvoll gefertigtes Exemplar auf der Basis von handgeschöpftem Papier.

Der Vertreter der Meisterschüler, Alexander Kaletta, bedankte sich im Namen aller Schüler bei den für die Weiterbildung im Papierzentrum Beteiligten. „Es war kein leichtes Jahr. Die
Herausforderungen der Schule haben Schweiß und Mühe gekostet“, lautete sein Fazit. „Wir haben in diesem Jahr den Grundstein gelegt, um unsere Betriebe weiterzuentwickeln.“

Für Bestleistungen konnte Axel Stengel jeweils einen Meisterbecher, die Auszeichnung der Industrie für besonders gute Noten, an Martin Zehetmair (Papierfabrik Louisenthal GmbH, Gmund), Salvatore Lombardo (Steinbeis Papier GmbH, Glückstadt) und Jasmin Diringer (Wellprint GmbH, Villingen-Schwenningen) übergeben.

Zwei weitere Preisträger heißen Dennis Gölz (SCA Deutschland, Mannheim) und Kai Maurer (WEPA Hygieneprodukte GmbH, Marsberg-Giershagen). Sie erhielten den Preis der Vereinigung Gernsbacher Papiermacher (VGP) für die beste Projektarbeit. Seit dem vergangenen Jahr vergibt die VGP, diesmal vertreten durch den Vorsitzenden Martin Serr und Stellvertreter Reinhard Pollok, diesen Preis. Serr unterstrich die Möglichkeit der ehemaligen Meisterschüler, als gut ausgebildete Papiermachermeister die Zukunft einer Industrie im Wandel mitbestimmen zu können.


Den Meisterbecher erhielten für besonders gute Noten von links Jasmin Diringer (Wellprint GmbH, Villingen-Schwenningen), Martin Zehetmair (Papierfabrik Louisenthal GmbH, Gmund) und Salvatore Lombardo (Steinbeis Papier GmbH, Glückstadt). Rechts Axel Stengel, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Papierzentrums.