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Globale Ziele erleichtern Orientierung

Die Papierindustrie hat seit Generationen den Anspruch nachhaltig zu wirtschaften.
Foto: GREEN - stock.adobe.com
Tagtäglich werden wir mit Ein- und Ansichten zur Lage unserer Erde, ihrer Ressourcen und dem Weltklima konfrontiert. Die Themen um die großen globalen Herausforderungen dominieren unsere Medien. Wir alle – Industrie, Gesellschaft, Politik – sind aufgefordert, unseren Beitrag zu ihrer Bewältigung zu leisten.

Silvia KerwinLeitung NachhaltigkeitsmanagementWEPA Gruppe

Ökologische Katastrophen und soziale Missstände sind allgegenwärtig und befeuern die gesellschaftspolitischen Diskussionen, immer wieder neue Studien stiften mehr Verwirrung als Transparenz. Bei dieser Gemengelage fällt es schwer, den richtigen Fokus zu setzen.

Versachlichung tut an dieser Stelle Not, um die wirklich wesentlichen Herausforderungen zu definieren und notwendige Maßnahmen einzuleiten, die Veränderungen und Verbesserungen herbeiführen.

In diesen aufgeheizten Diskussionen um Klimawandel, Artensterben und gerechte, sozial verträgliche Arbeitsbedingungen einen nüchternen und unemotionalen Überblick zu erhalten, ist eine schwierige Aufgabe. Wie bewältigen wir die Komplexität der zahlreichen, teils eng miteinander verzahnten Fragestellungen? Was bedeutet Nachhaltigkeit und wie ist sie zu erreichen? Welche Aufgabe kommt uns in der
Papierindustrie zu? Sich dazu einem übergeordneten Ziel anzuschließen, hilft, Kräfte zu bündeln und an der
Bewältigung der Herausforderungen zu arbeiten.

Ehrgeizige Agenda

Unterstützung bietet hierbei die Orientierung an den „17 Zielen für nachhaltige Entwicklung“, englisch „Sustainable Development Goals“ oder kurz „SDGs“ (siehe Abbildungen oben).

Sie wurden im September des Jahres 2015 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet und beschreiben eine neue und ehrgeizige Agenda, deren fünf Kernbotschaften in der Präambel den 17 Nachhaltigkeitszielen vorangestellt sind:

Menschen (People) – Wir sind entschlossen, Armut und Hunger in allen ihren Formen und Dimensionen ein Ende zu setzen und sicherzustellen, dass alle Menschen ihr Potential in Würde und Gleichheit und in einer gesunden Umwelt voll entfalten können.

Planet – Wir sind entschlossen, den Planeten vor Schädigung zu schützen, unter anderem durch nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produktion, die nachhaltige Bewirtschaftung seiner natürlichen Ressourcen und umgehende Maßnahmen gegen den Klimawandel, damit die Erde die Bedürfnisse der heutigen und der kommenden Generationen decken kann.

Wohlstand (Prosperity) – Wir sind entschlossen, dafür zu sorgen, dass alle Menschen ein von Wohlstand geprägtes und erfülltes Leben genießen können und dass sich der wirtschaftliche, soziale und technische Fortschritt in Harmonie mit der Natur vollzieht.

Frieden (Peace) – Wir sind entschlossen, friedliche, gerechte und inklusive Gesellschaften zu fördern, die frei von Furcht und Gewalt sind. Ohne Frieden kann es keine nachhaltige Entwicklung geben und ohne nachhaltige Entwicklung keinen Frieden.

Partnerschaft (Partnership) – Wir sind entschlossen, die für die Umsetzung dieser Agenda benötigten Mittel durch eine mit neuem Leben erfüllte Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung zu mobilisieren, die auf einem Geist verstärkter globaler Solidarität gründet, insbesondere auf die Bedürfnisse der Ärmsten und Schwächsten ausgerichtet ist und an der sich alle Länder, alle Interessenträger und alle Menschen beteiligen.

Damit hat sich die Weltgemeinschaft erstmals auf einen universalen und alle drei Nachhaltigkeitsdimensionen – Ökonomie, Ökologie und Soziales – umfassenden Katalog von festen Zielen geeinigt. Er wird die internationale Zusammenarbeit in zentralen Politikbereichen bis 2030 maßgeblich prägen und die längst überfällige Transformation der Volkswirtschaften hin zu einer deutlich nachhaltigeren und inklusiveren Entwicklung kräftig vorantreiben. Schwieriger wird es, dies in nationaler Gesetzgebung und Handlungsempfehlungen umzusetzen, um den guten Absichten auch in der Praxis Taten folgen zu lassen.

Papierindustrie ist nachhaltiger Industriezweig

An dieser Stelle stellt sich die Frage, ob auch die Papierindustrie in Deutschland einen Beitrag zur Erreichung der Sustainable Development Goals leisten kann. Ein nachwachsender Rohstoff, kontinuierliche Verbesserungen in Energie- und Wasserverbrauch und ein verantwortungsvoller Umgang mit unseren sozialen Aufgaben zum Beispiel zeichnen uns als nachhaltigen Industriezweig aus. Ab sofort wollen wir mit einer neuen Serie in Papier + Technik die „Hot Spots“ aufgreifen und mit passenden Beispielen aus den Unternehmen greifbar machen. Wir möchten die positiven Entwicklungen der Branche aufzeigen, gleichzeitig aber auch die Chancen beschreiben, die noch darauf warten umgesetzt zu werden. Damit fördern wir mehr Klarheit und Transparenz und schaffen für unsere Ansätze zur Lösung der globalen Herausforderungen mehr Aufmerksamkeit. Denn Nachhaltigkeit ist in der Papierindustrie seit Generationen Anspruch und Zielvorgabe zugleich ist.


Serie Nachhaltigkeit

In den kommenden Ausgaben von
Papier + Technik sollen in einer kleinen Serie die drei Säulen der Nachhaltigkeit

  • Ökologie
  • Soziales
  • Ökonomie

und ihre Umsetzung in der Papierindustrie behandelt werden.

Die Redaktion freut sich über Tipps und Beiträge von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den Betrieben. Bitte schreiben Sie uns
dazu an: verena.manek@konradin.de