Archiv Im Blickpunkt

Gestärkt in die Zukunft

„Effizient produzieren bei unterschiedlicher Auslastung – Gestärkt in die Zukunft“ lautete das Thema der diesjährigen Tagung des Refa-Bundesverbandes Branchenorganisation Papier. Anhand betrieblicher Beispiele zeigten die Referenten, wie Unternehmen durch organisatorische Maßnahmen ihre Wettbewerbsfähigkeit weiter stärken können. Die Chance dazu biete sich gerade bei einem vorübergehend schwächeren Alltagsgeschäft, so Vorsitzender Bernardin Erdmann und Geschäftsführer Markus Erlewein auf der Einladung zur Tagung.

Gerade jetzt gelte es zu analysieren wie der Umsatz gesteigert und Kosten gesenkt werden könnten, betonte Trainer und Berater Dr. Stephan List. Dabei sollten Unternehmen das Potenzial ihrer Mitarbeiter nutzen, etwa durch Ideenmanagement oder Problemlösungszirkel.

Die Anpassung eines Arbeitszeitsystems bei gesunkener Auftragslage demonstrierte Petra Strahl von Flextime Consult anhand eines papiererzeugenden Unternehmens. Es fuhr die Produktion auf eine Fünf-Tage-Woche zurück, mit Arbeitsblöcken von zehn Tagen und Stillstand von vier Tagen um hohe Kosten für An- und Abfahren zu vermeiden. Markus Erlewein stellte vor, wie die Klingele Papierwerke in Weener im 4-Schicht-System Freiräume zur Mitarbeiterqualifizierung nutzen. Ermöglicht hatten dies gezielte Besetzungsplanung in der Vorwoche und schichtübergreifende Vertretung.

Schnell und erfolgreich reagierte die August Koehler AG auf die schlechtere Auftragslage Anfang des Jahres, wie Mario Schnurr darlegte. Ein sofort einberufenes Krisen-Team arbeitete eine Betriebsvereinbarung für eine 35-Stunden-Woche aus, zusätzlich beantragte das Unternehmen Kurzarbeit. Auch Koehler führte Qualifizierungsmaßnahmen durch. Anfang Oktober kehrte Koehler zur Regelarbeitszeit zurück.

Sparpotenziale im technischen Bereich zeigte Frank Meyer-Niehoff von Felix Schoeller Supply Chain Technologies anhand der Prozessvorteile von RFID-Technologie – Fehlervermeidung und geringere Durchlaufzeiten – gegenüber der Barcodetechnologie. Einsparpotenziale durch effiziente Energienutzung nannte Achim Hutter von der Papiertechnischen Stiftung. In Stillstandszeiten böten sich Instandhaltungsarbeiten an. Den größten Nutzen erziele man aber mit der Entwicklung von energieeffizienten Lösungen für die Zukunft, etwa der Optimierung des Wärmehaushalts. VM