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Gemeinsam stärker

Vor 70 Jahren schlossen sich bayerische Papierunternehmen in einem Verband zusammen, um Probleme gemeinsam erfolgreicher bewältigen zu können. Dieses stolze Jubiläum feierten der Vorstand des Verbandes Bayerischer Papierfabriken und Vertreter der gesamten deutschen Papierindustrie anlässlich des Tages der Papierindustrie am 14. Juni 2018 in München.

VM

An der Gründungssitzung des „Verbandes der Bayerischen Papier-, Pappe-, Zellstoff- und Holzstoffindustrie e.V.“ im Jahr 1948 nahmen Vertreter von 43 Unternehmen teil. Immerhin zwölf von ihnen oder deren Nachfolgegesellschaften waren bei der Jubiläumsfeier 70 Jahre später anwesend, wie Jürgen Schaller, Vorstandsvorsitzender des Verbandes Bayerischer Papierfabriken e.V. (VBP) und des Arbeitgeberverbandes Bayerischer Papierfabriken e.V., bemerkte.

In seiner Festrede anlässlich des Jubiläums erinnerte er auch an die vielfältigen Probleme, mit denen die Papierfabriken in der Anfangszeit des Verbandes konfrontiert waren. So mangelte es noch bis in die 50er Jahre an Kohle, damals der Haupt-Energieträger. Außerdem fehlten als Folge des Krieges qualifizierte Mitarbeiter. Aber den bayerischen Papierverbänden gelang es, am Oskar-von-Miller-Polytechnikum, der heutigen Hochschule München, eine selbständige Abteilung Papiertechnik einzurichten. Bis heute ist sie eine Stütze in der Ausbildung des benötigten Nachwuchses. Inzwischen war der Arbeitgeberverband Bayerischer Papierfabriken gegründet worden, der in Wahrnehmung der Tarifautonomie mit
den Gewerkschaften Tarifvereinbarungen abschließt.

Die Form der rechtlich getrennten Verbände unter einer gemeinsamen Geschäftsführung habe sich bis heute bewährt, betonte Jürgen Schaller. Er hob den hohen Organisationsgrad und die finanzielle Gesundheit des Verbandes Bayerischer Papierfabriken hervor und bedankte sich für den ehrenamtlichen Einsatz des Vorstands.

Relevanter Partner im politischen Umfeld

Trotz struktureller Veränderungen in den vergangenen Jahren befinde sich die bayerische Papierindustrie auf Wachstumskurs. Die Unternehmen der Branche investierten in neue Produkte, effiziente Produktionsverfahren und noch mehr Service für die Kunden. Die Papierindustrie erwirtschafte zusammen mit der Papier verarbeitenden Industrie in Bayern einen Umsatz von gut 5,3 Milliarden Euro im Jahr und sei damit ein relevanter Partner im politischen Umfeld, betonte Jürgen Schaller. Der Verband habe sich als glaubwürdiger und verlässlicher Ansprechpartner der Ministerien positioniert. So engagiere er sich auf dem Gebiet des Ressourcenschutzes und der Förderung der Kreislaufwirtschaft gemeinsam und auf Augenhöhe mit dem Bayerischen Umweltministerium. Das bayerische Wirtschaftsministerium ermöglichte dem Verband Bayerischer Papierfabriken in Zusammenarbeit mit der Bayern Innovativ GmbH die Durchführung des Kongresses „Innovation+“, bei dem innovative Werkstoffe für neue Anwendungen vorgestellt werden, und der Unternehmen eine Plattform für branchen- und technologieübergreifende Vernetzung bietet. Schaller wies zudem auf die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Partnerverbänden hin, in wirtschaftspolitischer Abstimmung mit dem Verband Deutscher Papierfabriken (VDP), im Hinblick auf tarifpolitische Belange mit der Vereinigung der Arbeitgeberverbände der Deutschen Papierindustrie (VAP), und auf die Einbindung in die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW).

Als Vertreter der bayerischen Staatsregierung gratulierte Dr. Florian Herrmann, Leiter der Staatskanzlei, zum Jubiläum und dankte für das große Engagement des Verbandes.

Winfried Schaur, VDP-Präsident, der auch im Namen von VAP-Vorsitzendem Martin Krengel sprach, übermittelte
die Glückwünsche der gesamten deutschen Papierindustrie. Die Papierindustrie in Bayern habe eine lange Tradition, von der ersten Papiermühle, der Gleismühle bei Nürnberg, bis zu den modernen Industrieunternehmen heute mit ihren rund 8.200 Mitarbeitern. Schaur wünschte dem Verband weiterhin Geschlossenheit des Fachs und den Mut, in der Politik mitzureden.


Tag der Papierindustrie

Gregor Andreas Geiger

Unter großer Beteiligung hat am 14. Juni in München der Tag der Papierindustrie stattgefunden, bei dem die Vereinigung der Arbeitgeberverbände der Deutschen Papierindustrie (VAP) und der Verband Deutscher Papierfabriken (VDP) sowie mehrere Landesarbeitgeber- und wirtschaftsverbände ihre Mitgliederversammlungen abhielten.

VDP-Präsident Winfried Schaur stellte in der VDP-Mitgliederversammlung insgesamt einen Grundoptimismus der Branche fest, auch wenn die Entwicklung bei den einzelnen Sorten sehr unterschiedlich ausfalle. Dies gelte auch für das
erste Quartal 2018. Die Papierindustrie stehe weiter vor großen politischen Herausforderungen, vor allem in den Bereichen Energie und Rohstoffe, sagte Schaur. Die Themen EEG und Emissionshandel, also Energie- und Klimapolitik würden die Branche weiter begleiten.

In einer gemeinsamen Infoveranstaltung der Verbände wurden aktuelle Themen diskutiert. Die festliche Abendveranstaltung stand im Zeichen des 70-jährigen Jubiläums der Bayerischen Papierverbände.