Archiv Im Blickpunkt

Gefahren wahrnehmen

Für das von ihnen entwickelte Training „Wahrnehmung von Gefahren und Einschätzen von Risiken“ wurden drei Mitarbeiter von Essity Mannheim mit dem VISION ZERO Förderpreis ausgezeichnet. Ein hoher Praxisanteil der Trainings sollte den Blick für Gefahren schärfen.

VM

Jedes Jahr zeichnet die BG RCI besonders innovative Ideen im Arbeitsschutz mit dem VISION ZERO Förderpreis aus. In der Kategorie „Präventionskultur“ erhielten den Preis im Jahr 2018 Reiner Mößner, Fabian Schmitt und Nikolas Götz vom Essity-Werk Mannheim für das von ihnen entwickelte Sicherheitstraining.

Sicherheitsingenieur Reiner Mößner erklärt: „Wir stießen immer mal auf potenziell unsichere Situationen, etwa Schläuche auf den Wegen. Im Gespräch mit Kollegen haben wir dann festgestellt: Die damit verbundenen Gefahren wurden oft nicht als solche wahrgenommen. Das mussten wir ändern.“ Denn es wurden zwar viele „Werkzeuge“ im Arbeitsschutz genutzt, wie zum Beispiel die Erfassung von Beinahe-Unfällen und unsicheren Zuständen und die schnelle Risikoabschätzung. Es wurden Sicherheitsrundgänge und Gefährdungsanalysen vorgenommen. Ob diese wirken, hängt aber stark davon ab, ob die beteiligten Kolleginnen und Kollegen Gefahren überhaupt erkennen. So entwickelten die drei Essity-Arbeitssicherheits-Kollegen ein vierstündiges Training, das die Kollegen dazu befähigen sollte.

Fotos gemeinsam ausgewertet

Innerhalb von eineinhalb Jahren wurden alle rund 1200 Produktionsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter am Essity-Standort Mannheim geschult. Dabei diskutierten sie in kleinen Gruppen, was die Wahrnehmung beeinflussen kann. Anhand von Fotos besprachen sie dann Praxisbeispiele aus allen Unternehmensbereichen. Anschließend machten sie selbst Fotos von potenziell gefährlichen Situationen in ihrem Bereich und werteten diese gemeinsam aus.

Gewohnheiten hinterfragen

Die BG RCI hob bei der Begründung für die Vergabe des Vision Zero Förderpreises den hohen praktischen Anteil der Trainings hervor. Reiner Mößner bestätigt: „Wir wollten weg von der typischen Unterweisung und die Kollegen mehr einbeziehen. Sie sollten Routinen kritisch hinterfragen“. Die Statistiken der Essity-Sicherheitsexperten zeigen, dass sich durch die Trainings, die auch an anderen Essity-Standorten durchgeführt werden, die Gefahrenwahrnehmung verbessert hat.