Archiv Im Blickpunkt

Erhöhte Sicherheit und Effizienz

In der Vergangenheit haben die Unternehmen der Papierindustrie und die Transporteure bei der Verladung hart gewickelter Papierrollen die unterschiedlichsten Ladungssicherungshilfsmittel eingesetzt. Eine neue Verbände-Empfehlung nennt einheitliche Standards für die Nutzung von Kantenschützern, Antirutschmatten und Spanngurten.

Anne BurkardReferentin WirtschaftVerband Deutscher Papierfabriken (VDP)

Im vergangenen Jahr hat die deutsche Papierindustrie mehr als 22 Millionen Tonnen Papier, Karton und Pappe abgesetzt. Davon verlassen ungefähr 60 Prozent die Papierfabriken in Form von hart gewickelten Papierrollen. Der überwiegende Teil wird mit dem Lkw transportiert. Als wertvolles Gut muss auch Papier zur Vermeidung von Transportschäden und zur Gewährleistung eines verkehrs- und betriebssicheren Transports ordentlich gesichert werden. Der Arbeitskreis „Verkehr“ und die Arbeitsgruppe „Ladungssicherung“ im Verband Deutscher Papierfabriken (VDP) setzen sich deshalb bereits seit längerem für die Einhaltung einheitlicher Standards beim Einsatz von Ladungssicherungshilfsmitteln bei der Verladung von hart gewickelten Papierrollen ein.

Fahrversuche ausgewertet

Bereits im Jahr 1996 hat der VDP in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) Fahrversuche mit unterschiedlich verladenen Papierrollen durchgeführt und unter Einbeziehung verschiedener Prüfinstitutionen ausgewertet. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse konnten damals Ladungssicherungsmethoden erarbeitet werden, die die Grundlage für die im Jahr 2006 erschienene VDI-Richtlinie 2700 Blatt 9 „Ladungssicherung von hart gewickelten Papierrollen“ bildeten. Die VDI-Richtlinie wird derzeit überarbeitet und an den heutigen Stand der Technik angepasst. Die Erfahrungen bei der Anwendung der VDI-Richtlinie sind durchaus positiv. In der täglichen Praxis wurde allerdings Verbesserungsbedarf hinsichtlich der Verwendung von Ladungssicherungshilfsmitteln gesehen.

Vielzahl an Hilfsmitteln

Bei der Verladung von hart gewickelten Papierrollen kommen die unterschiedlichsten Ladungssicherungshilfsmittel zum Einsatz. Dies sind in erster Linie Spanngurte, Kantenschoner und Antirutschmatten. Die Vielfalt an Materialien mit teilweise differierenden Eigenschaften und unterschiedlichen Zertifizierungen traf bei den Papierfabriken auf eine teilweise nur eingeschränkte Akzeptanz. Um den jeweiligen Anforderungen der Papierfabriken gerecht zu werden, mussten Transporteure oftmals eine Vielzahl an Hilfsmitteln mitführen. Dies hat zu zusätzlichen Kosten und Verzögerungen bei der Verladung geführt.

Vor diesem Hintergrund hat sich die VDP-Arbeitsgruppe „Ladungssicherung“ für eine einheitliche Nutzung von Ladungssicherungshilfsmitteln eingesetzt. Dabei standen die Ladungssicherungsexperten des VDP in engem Dialog mit dem Arbeitskreis „Papierlogistik“ des BGL. Ziel der Bemühungen war die Erarbeitung von Mindestanforderungen an die Beschaffenheit von Ladungssicherungshilfsmitteln beim Transport hart gewickelter Papierrollen. Dabei orientiert sich das Anforderungsprofil an den einschlägigen Normen und Standards (VDI 2700 Blatt 9, Blatt 14, Blatt 15 und DIN EN 12195–2). Individuelle Vereinbarungen zwischen Verlader und Transportdienstleister, die von den genannten Vorgaben abweichen, sind nach wie vor möglich.

Die VDP/BGL-Verbände-Empfehlung „Ladungssicherungshilfsmittel“ wurde im Mai 2011 erstmals offiziell herausgegeben. Aufgrund aktueller technischer Entwicklungen wurde eine Anpassung des Anforderungsprofils notwendig. Die VDP-Arbeitsgruppe „Ladungssicherung“ hat daher im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem BGL eine Neuauflage der VDP/BGL-Verbände-Empfehlung „Ladungssicherungshilfsmittel“ erarbeitet und im Februar 2017 veröffentlicht. Neben Kantenschützern und Antirutschmatten wurden in diesem Zusammenhang zusätzlich Mindestanforderungen für Spanngurte definiert. Die aktuelle VDP/BGL-Verbände-Empfehlung kann unter www.vdp-online.de heruntergeladen werden.


Auf dem LKW gesicherte Papierrollen.