Archiv Im Blickpunkt

Die Anforderungen wachsen

Bei der Felix Schoeller Group befasst man sich seit Jahren intensiv mit effizienzsteigernden Maßnahmen im Energiebereich. Viel wurde bereits umgesetzt, aber die Herausforderungen sind vielfältig.

Dr. rer. Pol. Dipl. Wirt.-Ing.Markus Fahrentholz, Senior Vice PresidentCompetence Center Energy Management Felix Schoeller Group

Energieeffizienz spielt bei der Felix Schoeller Group bereits seit langem eine wichtige Rolle. So war es auch 2012 kein großes Problem, ein Energiemanagement nach DIN EN ISO 50 001 für die deutschen Standorte einzuführen. Die Daten für die Effizienzanalyse lagen ohnehin vor, denn für die Erfüllung der diversen steuerlichen Anforderungen war es bereits in der Vergangenheit
erforderlich, Verbrauchsdaten zusammenzutragen und den jeweiligen Behörden vorzulegen. Das Energiemanagementsystem ist heute eine wesentliche Voraussetzung dafür, bestimmte Ausnahmen von den Belastungen im Energiebereich in Anspruch zu nehmen.

Der in der Norm geforderte kontinuierliche Verbesserungsprozess erfordert zunehmend größere Anstrengungen. Einerseits sind die bekannten „low hanging fruits“ geerntet, damit amortisieren sich angestrebte Projekte zunehmend langsamer. Andererseits müssen auch zukünftig Ideen zur Reduzierung unseres Energieverbrauchs umgesetzt werden. Der zunehmende Kostendruck auf der einen Seite und steigende Energiekosten auf der anderen Seite haben in den letzten zehn Jahren dazu geführt, sich noch intensiver mit effizienzsteigernden Maßnahmen zu beschäftigen.

Durch regelmäßige Treffen und Diskussionen zwischen Geschäftsleitung, Anlagenbetreibern, Energieverantwortlichen, Projektverantwortlichen und dem zentralen Energiemanagement ist es möglich, weitere Maßnahmen zu identifizieren und umzusetzen.

Im Fokus stand dabei in der Vergangenheit der Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung. Diese Maßnahmen sind jetzt abgeschlossen. Weitere Schwerpunkte waren und sind immer noch die Reduzierung von Ausschuss, die Verbesserung der Performance der Papier- und Veredelungsmaschinen sowie der Einsatz von effizienteren Anlagen beispielsweise zur Entwässerung oder zur Regelung in Trockenhauben.

Die Herausforderungen bei der Steigerung der Energieeffizienz sind vielfältig. Neben dem öffentlichen Druck durch die Energiewende, zunehmend volatileren Energiemärkten, neuen Beschaffungs- und Vermarktungsmöglichkeiten von Energie müssen auch die immer komplexer werdenden rechtlichen Rahmenbedingungen im Auge behalten werden.

Der steigende öffentliche Druck und die steigenden Energiekosten verhelfen auch dazu, dass Projekte, die in der Vergangenheit aufgrund der geringen Wirtschaftlichkeit nicht umgesetzt wurden, wieder neu bewertet werden und sich nun doch rechnen. So wird die Nutzung der Abwärme von Papiermaschinen zunehmend interessanter. Auch die Vermarktung von Abwärme für nahe gelegene Wärmenetze kann die Wärmewende in Deutschland unterstützen.