Archiv Im Blickpunkt

Der Weg der vielen kleinen Schritte

Die Papier- und Zellstofffabrik Sappi Stockstadt konnte Ende des vergangenen Jahres 1.500.000 Stunden ohne meldepflichtigen Unfall verzeichnen. Bereits zuvor war das Unternehmen von seinem Mutterkonzern mit dem Sappi Safety Award Gold ausgezeichnet worden – für 1.000.000 Stunden ohne meldepflichtigen Unfall.

Dirk Ohler

Bei Sappi Stockstadt produzieren über 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 40 Azubis jährlich bis zu 160.000 Tonnen Zellstoff und bis zu 450.000 Tonnen Papier. Die Arbeitssicherheit hat dabei einen hohen Stellenwert. „Wie habt Ihr die Anzahl der Unfälle in den letzten Jahren so stark senken können?“ ist eine oft gehörte Frage bei
Sappi Stockstadt. Viele hoffen auf eine einfache Antwort, um das gemeinsame Ziel von null Unfällen von Sappi Europe zu erreichen. Eine einfache Antwort in Form eines „umzulegenden Schalters“ gibt es aber nicht. Eine Vielzahl von kleinen Maßnahmen und noch konsequentere Umsetzung der bereits vorhandenen Sicherheitsorganisation führte zum aktuellen Erfolg von null meldepflichtigen Unfällen im Geschäftsjahr 2016.

Das Unternehmen hat seine Bemühungen mit Sicherheitsaudits und -begehungen intensiviert und davon im Jahr 2016 über 700 durchgeführt. Am jährlichen europaweiten Sappi-Sicherheitstag konnten viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Thema Arbeitssicherheit sensibilisiert werden. Jede Routinebesprechung beginnt mit dem Thema Arbeitssicherheit. Wobei die Frage nicht nur lautet „Gab es Unfälle im Betrieb?“, sondern auch „Was haben wir Gutes in der Arbeitssicherheit bewegt?“ Ab einem gewissen Schweregrad der Unfälle spricht der Werkleiter direkt mit dem Verunfallten und unterstützt dadurch die Unfallanalyse. Mittels Analysewerkzeugen werden dann die notwendigen Verbesserungsmaßnahmen festgelegt. Die ständigen Verbesserungen im CI-Prozess bringen in allen Betriebsbereichen die Themen der Arbeitssicherheit voran. Ob die Projektplaner die Unterweisungsdokumentation für Fremdfirmen verbessern, Mitarbeiter an den Maschinen Ideen für bessere Schutzausrüstung einbringen oder Mitarbeiter technische Innovationen wie zum Beispiel Reinigungswerkzeuge und Warneinrichtungen für Staplerverkehr entwickeln: Alles hat zur Verbesserung beigetragen.

Die konsequente Einstellung von allen Führungskräften, einen Ausspruch wie „Wird schon gut gehen!“ nicht zu akzeptieren führt immer mehr zur glaubhaften Verankerung der Sicherheitsmentalität bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Sappi Stockstadt.

Einer der wichtigen Erfolgsfaktoren ist auch in einer Posteraktion im Jahr 2016 dargestellt. „Sprich es an!“ war das Motto dieser Aktion. Mitarbeiter sollen an unsicheren Zuständen und Handlungen nicht mehr vorbei laufen, sondern jeden, auch das Management, ansprechen und auf sicheres Verhalten hinweisen. Hier haben alle Mitarbeiter mehr Mut bewiesen und arbeiten ständig an der Sicherheit im gesamten Team des Werks.


Sicherheitsbeauftragte und Führungskräfte bei der Verleihung des Sappi Safety Award Gold.