Archiv Im Blickpunkt

Austausch und Information

Ausbilder von Papier-Unternehmen aus ganz Deutschland, Lehrer des Schulzentrums Papiertechnik und Betreuer im Papiermacherhaus kommen bei den jährlichen Ausbildertreffen im Papierzentrum zusammen. Alle Seiten profitieren vom gegenseitigen Austausch.

VM

Qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein Erfolgspotenzial ihrer Unternehmen. Dass es diese gibt, dazu tragen Ausbilderinnen und Ausbilder in den Betrieben bei. Sie begleiten und unterstützen die jungen Menschen mit ihrem Fachwissen, pädagogischen Fähigkeiten und oftmals viel persönlichem Engagement. Hilfreich sind dabei die Ausbildertreffen, organisiert von der Bildungsakademie Papier (BIP).

In diesem Jahr kamen insgesamt rund 60 Ausbilderinnen und Ausbilder, für die Berufe Papiertechnologe sowie Maschinen- und Anlagenführer, vom 4. bis 6. Oktober ins Papierzentrum. Dort hatten sie viel Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Betrieben. Aber auch Verantwortliche des Schulzentrums Papiertechnik, der Bildungsakademie Papier (BIP) und des Papiermacherhauses, in dem die Azubis während des Berufsschulbesuchs wohnen, informierten über aktuelle Entwicklungen und waren an der Meinung der Ausbilder interessiert. Stephan Meißner, Hauptgeschäftsführer des Papierzentrums: „Wir sind sehr dankbar für Ihre Anregungen, die Sie für unsere Arbeit haben“. Im Namen aller Mitarbeiter bekannte er sich ausdrücklich zum Auftrag, den Jugendlichen ein Zuhause im Papierzentrum zu geben und bezeichnete dies als vorrangig. Die Teilnehmer gaben hierzu viele Hinweise, unter anderem auch für den Entwurf einer neuen Zusatzvereinbarung zum Ausbildungsvertrag. Sie regelt die Rechte und Pflichten der Auszubildenden während Schulbesuch und Aufenthalt im Papiermacherhaus. Denn der Schulbesuch sei „bezahlte Arbeitszeit“ und die Berufsschüler Beschäftigte ihrer Betriebe, wie Schulleiter Oberstudiendirektor Jürgen Gerstner betonte. Er berichtete ausführlich über Vorkommnisse und Neuerungen an der Schule. So gibt es jetzt ein Digitales Schwarzes Brett, über das die Ausbilder die Stundenpläne einsehen können. Außerdem hat die Schule zusammengestellt, wie die Zeugnisnoten genau ermittelt werden. Sowohl Jürgen Gerstner als auch Ute Prechl, Leiterin des Papiermacherhauses, betonten, dass sie konsequent dagegen vorgehen müssten, wenn sich Auszubildende hartnäckig und trotz guten Zuredens nicht an Regeln der Schule oder die Hausordnung halten. Das harmonische Zusammenleben aller Gäste im Papierzentrum müsse gerade bei Vollbelegung gesichert werden, um eine gute Arbeitsatmosphäre beim Lernen zu schaffen. Die Zahl der Auszubildenden liegt mit 600 derzeit auf einem Rekordhoch, zumindest für den Zeitraum der vergangenen zehn Jahre gesehen. Sich ausführlich nach ihren „Schützlingen“ erkundigen konnten die Ausbilder während einer Lehrersprechstunde, an die sich ein gemeinsames Abendessen mit allen Lehrern der Schule sowie den Betreuern des Papiermacherhauses anschloss.

Wie Ausbilder und Auszubildende zielführend miteinander kommunizieren können, zeigte Pädagoge und Betriebswirt Jan Stosiek in einem Workshop zum Thema Konflikt- und Bewertungsgespräche. Jugendliche reagierten oftmals emotionaler als Ältere und könnten teilweise nicht so gut zwischen Verhalten und Person trennen. Gerade deshalb sei es hilfreich, sich an einige Regeln zu halten, wenn man als Älterer Konflikte anspreche. Unter anderem solle man nur Verhalten kritisieren und nicht die Person, nicht zu viel auf einmal ansprechen und eher nach einer Lösung suchen als die Vergangenheit zu beleuchten. Zentrales Führungsinstrument sei das Feedback-Gespräch, das Stosiek genauer vorstellte. Als Zusammenfassung gab er den Zuhörern den Rat: „Sehen Sie sich nicht in der Pflicht, ihre Azubis zu verändern, aber sehen Sie sich in der Pflicht, ihre Ausrichtung und Haltung positiv mitzuprägen“. Der Workshop, bei dem die Zuhörer aktiv beteiligt wurden, gab ihnen einige hilfreiche Werkzeuge für ihre Aufgabe im Betrieb mit.

Bei zwei Fachexkursionen, wahlweise zu einem Verlag und zur Staustufe in
Iffezheim erhielten sie dann noch interessante Einblicke in andere Branchen.

Aktuelle Themen standen am letzten Tag des Ausbildertreffens auf dem Programm, diesmal getrennt für die Berufe Papiertechnologe und Maschinen- und Anlagenführer. Bei den Papiertechnologen stellte Dr. Heike Krämer vom BIBB erste Ergebnisse einer Untersuchung über künftige Anforderungen an Berufe in der Papierindustrie vor. Fragen zur Abschlussprüfung wurden bei beiden Richtungen diskutiert.


Zu Vorträgen und einem Workshop trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des
Ausbildertreffens im Pavillon des Papierzentrums.