Archiv Im Blickpunkt

Auf Kompromiss geeinigt


Foto: denissimov - stock.adobe.com
Nach schwierigen Verhandlungen haben sich die Sozialpartner bei den Tarifverhandlungen 2017 in der dritten Verhandlungsrunde geeinigt. Das Ergebnis ist für alle Unternehmen der papiererzeugenden Industrie verkraftbar und garantiert den Beschäftigten mehr Kaufkraft.

Christian PrinzHauptgeschäftsführerVerband Nord- und Ostdeutscher

Papierfabriken (VNOP)

In den frühen Abendstunden des
28. Juni 2017 konnte für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Papier erzeugenden Industrie ein Tarifergebnis erzielt werden. Danach steigen zum 1. Juli 2017 die Löhne und Gehälter um 2,4 Prozent und nach 13 Monaten ab 1. August 2018 für sieben Monate um weitere 1,2 Prozent. Die Ausbildungsvergütungen erhöhen sich ab dem 1. Juli 2017 um 30 Euro und ab dem 1. August 2018 um weitere 10 Euro. Die Gesamtlaufzeit des Tarifvertrages beträgt somit 20 Monate (1. Juli 2017 bis 28. Februar 2019).

Die diesjährige Tarifrunde gestaltete sich äußerst schwierig. Es musste ein Kompromiss gefunden werden, der für alle Unternehmen der Papier erzeugenden Industrie verkraftbar ist. Die Papierindustrie befindet sich nach wie vor in einem Strukturwandel. Dieser Prozess betrifft nicht nur den Bereich der grafischen Papiere, sondern erstreckt sich auf nahezu sämtliche Sparten der Papierindustrie.

Mit dem gefundenen Ergebnis sind die Arbeitgeber bis an die Grenze der Belastbarkeit gegangen. Auch wenn kein 24-monatiger Abschluss erzielt werden konnte, schafft die jetzt vereinbarte Laufzeit von 20 Monaten doch ein gewisses Maß an Planungssicherheit für die Betriebe. Die Arbeitnehmer profitieren von der Lohnerhöhung, die höher ist als die Inflationsrate der letzten Monate. Daher haben die Arbeitnehmer mehr Kaufkraft gewonnen.

Nunmehr besteht für alle Seiten Rechtssicherheit. Die Unternehmen können sich den Herausforderungen der Zukunft stellen. So muss der demografische Wandel bewältigt werden, insbesondere die Sicherstellung von qualifiziertem Nachwuchs. Auch Industrie 4.0 mit der Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette ist für
alle Betriebe eine der großen aktuellen Aufgaben.


Nach Abschluss der Verhandlungen besteht jetzt Rechtssicherheit und die Betriebe können für die Zukunft planen.