Archiv Gastkommentar

Kontinuität wahren

Moritz J. Weig Geschäftsführender Gesellschafter der Moritz J. Weig GmbH & Co. KG Präsident des Verbandes Deutscher Papierfabriken e.V.

Ein Präsidentenwechsel im Verband Deutscher Papierfabriken e.V. (VDP) bedeutet keinen epochalen Umbruch. Vielmehr geht es jedes Mal darum, die erarbeitete Basis durch Kontinuität und Stabilität weiter zu stärken. Nur so kann die politische Arbeit erfolgreich fortgesetzt werden, wo weiter wichtige Aufgaben warten, denen ich mich in meinem neuen Amt als VDP-Präsident stellen werde:

Die größten Herausforderungen liegen nach wie vor in der Energiepolitik, die durch die Energiewende neue und für die Industrie nicht immer günstige Impulse erhalten hat. Die Branche muss hier weiter dafür kämpfen, dass ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit erhalten und zum Beispiel der Spitzenausgleich bei der Ökosteuer und die Härtefallregelung beim Erneuerbare-Energien-Gesetz erhalten bleiben. Außerdem muss es eine Kompensation für Strompreiserhöhungen durch den Emissionshandel geben.

Große Aufmerksamkeit muss die Branche gleichzeitig der Entwicklung ihrer Rohstoffversorgung widmen. Die Energiepläne der Europäischen Union werden eine dramatische Steigerung des Einsatzes von Holz zur Energieerzeugung zur Folge haben. Der Nutzungswettbewerb ist bereits im vollen Gange. Und auch beim Altpapier müssen wir Begehrlichkeiten, diesen wertvollen Sekundärrohstoff in Biomasse-Kraftwerken zu verfeuern, sorgsam beobachten.

Sorgen bereitet uns nach wie vor das Problem mit den aus Zeitungsdruckfarben ins Recycling eingetragenen Mineralölen. Hier müssen alle Beteiligten zu einer sinnvollen Lösung finden, die dem vorbildlichen Recyclingkreislauf von Papier, Karton und Pappe keinen dauerhaften Schaden zufügt. Das alles sind keine neuen Themen, aber zentrale Anliegen der Papierindustrie, bei denen wir schon viel erreicht haben. Diese Arbeit werde ich fortsetzen.