Archiv Gastkommentar

Hoffnungen für 2014

Moritz J. Weig Geschäftsführender Gesellschafter der Moritz J. Weig GmbH & Co. KG Präsident des Verbandes Deutscher Papierfabriken e. V.

Die Bilanz der deutschen Papierindustrie für das vergangene Jahr ist nicht überwältigend. Mit einem Minus von 0,7 Prozent ist die Produktion über alle Sorten zwar weitgehend gehalten worden. Die Schere zwischen den weiter rückläufigen grafischen Papieren und den anderen Sortengruppen hat sich jedoch weiter geöffnet. Auch wenn das Jahr für jedes Unternehmen unterschiedlich ausgefallen ist: Unter dem Strich konnte die Papierindustrie insgesamt nicht das erwirtschaften, was für eine kapitalintensive Branche notwendig ist.

Wird das so weitergehen? Es gibt Indizien, dass sich 2014 besser entwickeln könnte als das Vorjahr. Dies betrifft sowohl die Entwicklung der grafischen Papiere, die nicht zuletzt durch einen dramatischen Kapazitätsabbau in Europa die Talsohle erreicht haben dürften, als auch die Margen der Branche insgesamt. Ein Frühling macht zwar keinen Sommer, aber die Zahlen der ersten Monate stimmen verhalten optimistisch.

Die Märkte sind aber nur eine Seite der Medaille. Wichtige Rahmenbedingungen werden vor allem in diesem Jahr durch politische Entscheidungen vorgegeben. Die jetzt anstehende Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) wird darüber entscheiden, ob energieintensive Branchen wie die Papierindustrie weiterhin wettbewerbsfähig in Deutschland produzieren können. Ein Wegfall der besonderen Ausgleichsregelung bei der EEG-Umlage, die für einen Ausgleich zu den Energiepreisen in den Ländern unserer Wettbewerber sorgt, würde vielen Unternehmen den Boden unter den Füßen wegziehen.

Nicht hinnehmbar wäre auch die mögliche Belastung der Eigenstromerzeugung in den äußerst effizienten Kraft-Wärme-Kopplungs-(KWK)-Anlagen der Papierindustrie. Hoffen wir, dass die Politik sich der Bedeutung ihrer Entscheidung für den Industriestandort Deutschland bewusst ist.