Archiv Gastkommentar

Gemeinsam besser werden

Prof. Dr. Oliver Störmer Vorstand REFA Bundesverband

Programme zur Effizienzsteigerung finden in allen Betrieben statt – heute oft unter Bezeichnungen wie TPM, Lean Management oder Kaizen (vgl. Bericht auf den folgenden Seiten). Viele dieser Ansätze greifen in der Umsetzung auf REFA-Methoden zurück, ohne dass diese Wurzeln heute noch bewusst wahrgenommen werden. Egal ob es um die Gestaltung von Materialflüssen, Arbeitsabläufen, Arbeitsplätzen oder Prämiensystemen geht – das Leistungsprogramm von REFA bietet Unterstützung für diese und viele weitere betriebliche Aufgabenstellungen.

Zentrales Kennzeichen der REFA-Methoden ist, dass sie gemeinsam mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden entwickelt wurden. Damit setzen sie die Idee der Tarifverträge, durch kollektive Vereinbarungen innerbetriebliche Verhandlungsprozesse zu verkürzen und Konflikte zu vermeiden, auf der operativen Ebene fort. Wenn beispielsweise Geschäftsleitung und Betriebsrat unterschiedlicher Ansicht darüber sind, ob die Personaldecke für ein bestimmtes Arbeitszeitmodell ausreicht, liefert eine REFA-Analyse verlässliche Daten über Einsparpotentiale genauso wie über die zu erwartenden Arbeitsbelastungen.

Im kommenden Jahr wird die REFA Branchenorganisation Papier (BOP) eine Erhebung in der Papierindustrie durchführen. Wissenschaftlicher Begleiter ist Prof. Dr. Ralf Neuhaus, der an der Fresenius Hochschule Köln die Fachgebiete Produktionswirtschaft, Qualitätsmanagement sowie Führung, Organisation und Planung betreut. Untersuchungsgegenstand sind die Strukturen und Prozesse, die für Effizienzsteigerungen in den Betrieben bestehen. Die teilnehmenden Unternehmen erhalten eine anonymisierte Auswertung, die ihnen eine Standortbestimmung ermöglicht und Benchmarks aufzeigt. Die BOP wird im Rahmen ihrer Neupositionierung die zentralen Themen aufgreifen und gemeinsam mit der Industrie weiterentwickeln.