Archiv Gastkommentar

Freiwillige vor

Dr. Wilhelm Vorher Geschäftsführer der THOSCA Holz GmbH, Vorsitzender des VDP-Ausschusses Forst und Holz, Vizepräsident des Deutschen Holzwirtschaftsrates, Chairman der Advisory Group on Forestry and Cork bei der DG Agri in Brüssel

Dass sich die EU mit ihrem FLEGT-Programm gegen illegalen Holzeinschlag weltweit einsetzt, ist wichtig und überfällig zugleich. Noch immer vernichten skrupellose Geschäftemacher vor allem in Entwicklungsländern unwiederbringlich wertvolle Ökosysteme und bringen gleichzeitig die gesamte nachhaltig operierende Forstwirtschaft in Misskredit. Die Gemeinschaft wirft bewusst ihr handelspolitisches Gewicht in die Waagschale. Wer den Europäern Holz liefern will, soll nachweisen, dass dies legal und unter Berücksichtigung nachhaltiger Forstwirtschaftskriterien geschieht. So weit so gut.

Die Europäische Zellstoff- und Papierindustrie ist mit ihrem freiwillig verabschiedeten Code of Conduct schon ein entschiedenes Stück weiter. Sie dokumentiert mit deutlicher Transparenz die Herkunft ihrer Rohstoffe und beweist zum wiederholten Male, dass sie mit einem konsequent angewandten freiwilligen Kontrollsystem einen gleichen, wenn nicht besseren Beitrag zur Lösung des Problems liefert. Der im Frühjahr vorliegende Monitoringbericht zum Code of Conduct wird belegen, dass für fast die gesamten eingesetzten Primärrohstoffe der deutschen Zellstoff- und Papierindustrie entsprechende Garantien hinsichtlich legaler Herkunft und Nachhaltigkeit gegeben werden können. Ähnliches werden auch die anderen EU-Mitgliedsländer berichten können. Die EU täte gut daran, diese Pionierleistung zu würdigen und freiwillige Systeme als wesentlichen Teil zur Lösung des Problems zu akzeptieren. Sie vermeidet damit, die bereits jetzt überbordende Bürokratie weiter auszubauen.