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Archiv Gastkommentar

Ausbildungs-Qualität wird fortgeführt

Oberstudiendirektor Matthias WalterPapiermacherschule Gernsbach – Schulzentrum Papiertechnik

Ihr Partner in der dualen Berufsausbildung und der beruflichen Weiterqualifizierung, die Papiermacherschule Gernsbach, hat einen neuen Schulleiter. Ich freue mich ganz besonders an einer beruflichen Schule angekommen zu sein, deren Ruf weit über die Landesgrenzen von Baden-Württemberg hinausgeht. Nach 13 Jahren Schulleitung in Karlsruhe bin ich wieder zurück in meiner Heimatstadt Gernsbach. Somit ist mir der besondere Stellenwert meiner neuen Schule für die Papierindustrie bewusst. Das bedeutet für die Papierindustrie, die bisher gewährleistete Qualität der schulischen Ausbildung in Gernsbach wird fortgeführt. Zum anderen werde ich mich intensiv mit meinen Kolleginnen und Kollegen den Herausforderungen der Zukunft stellen.

Das Ausbildungsjahr 2018 hat begonnen und möglicherweise konnten nicht alle ausgeschriebenen Stellen für Papiertechnologen, Packmitteltechnologen sowie Maschinen- und Anlagenführer besetzt werden. Aktuell stieg zum dritten Mal hintereinander die Schülerzahl in der Berufsschule. Mit circa 270 neuen Auszubildenden können wir im Schuljahr 2018/2019 das erste Ausbildungsjahr beginnen. Verstärkt stellen wir bei neuen Auszubildenden fest, dass sie für den Wechsel in die „berufliche Wirklichkeit“ noch nicht ausreichend vorbereitet sind. Dies nehmen wir sowohl bei den fachlichen Kompetenzen als auch bei den sogenannten „weichen Faktoren“ wahr. So gilt es für die Lehrkräfte die Potenziale der jungen Menschen im Unterricht zu erkennen und sie mit entsprechenden didaktischen und methodischen Maßnahmen zu fördern – aber auch zu fordern.

Die zunehmende Digitalisierung wird die Papierindustrie in den nächsten Jahren verändern und damit die Anforderungen bei der Fachkräftequalifizierung erhöhen. Damit sind auch die beruflichen Schulen beziehungsweise ist auch die Papiermacherschule in diese Veränderungsprozesse involviert. Die Digitalisierung stellt mit ihrer Durchdringung in Arbeits-, Produktions- und Geschäftsabläufe das „klassische“ Lehren und Lernen der Schuldidaktik nicht infrage, aber sie beeinflusst in besonderem Maße die berufliche Bildung. So müssen die Lehrkräfte verstärkt eine handlungs- und entwicklungsorientierte Gestaltung ihres Unterrichts mit dem Verständnis für digitale Prozesse und deren Auswirkungen bei fortschreitender Digitalisierung in den Vordergrund stellen. Ein sich daraus entwickelndes Unterrichtsziel wird der Kompetenzerwerb zur beruflichen Nutzung digitaler Arbeitsmittel und -techniken sein. Die jungen Menschen müssen lernen, in automatisierten Produktionsanlagen mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik zu arbeiten und deren gesellschaftliche Bedeutung für die rasant wachsende, vernetzte Arbeitswelt erkennen.

Die Papiermacherschule Gernsbach wird sich weiterhin um die Qualifizierung der Auszubildenden sowie Meister kümmern und dabei die Digitalisierung in Richtung Industrie 4.0 unterstützen. Die Lehrkräfte und die Schulleitung freuen sich auf die verantwortungsvolle Zusammenarbeit mit der Papierindustrie und bauen weiterhin auf deren Unterstützung.