Aktiv gegen Fachkräftemangel - papierundtechnik.de

Archiv Gastkommentar

Aktiv gegen Fachkräftemangel

Ulrich Wienbeuker Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes der ostdeutschen Papierindustrie, AGOP

Über den Fachkräftemangel wird inzwischen deutschlandweit geklagt. Die Papierindustrie beschränkt sich nicht auf das Klagen, sondern geht mit vielfältigen Initiativen proaktiv dagegen an. Die Beteiligung des Arbeitgeberverbandes der ostdeutschen Papierindustrie (AGOP) und des Verbandes Norddeutscher Papierfabriken (VNP) an der IdeenExpo 2011 hat die Papierindustrie als eine zukunftsträchtige und interessante Branche einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht. Mit den Informationsveranstaltungen des AGOP werden den Berufsberatern der Arbeitsagenturen in Papierfabriken die Arbeit und das Arbeitsumfeld des Papiertechnologen gezeigt. Damit leistet der Verband einen Beitrag zur Verbesserung der Qualität der Berufsberatung.

Der Berufsinformationstag Papieringenieur unter dem Motto „Meet Paper“ von der Vereinigung der Arbeitgeberverbände der Deutschen Papierindustrie (VAP) und vom Verband Deutscher Papierfabriken (VDP) ist für Abiturienten konzipiert und informiert vor Ort in einer Papierfabrik umfassend über Voraussetzungen, Studienverlauf, Praktika und Berufschancen. Bereits rund 400 Interessierte haben diese Informationsmöglichkeit wahrgenommen.

Einen neuen Weg der Nachwuchswerbung ist UPM Nordland Papier mit der „Nacht der Ausbildung“ gegangen. Rund 300 Besucher informierten sich über das Ausbildungsangebot bei UPM und die mit der Berufsausbildung zusammenhängenden Fragen, insbesondere den Beruf des Papiertechnologen. Ansprechpartner für die Jugendlichen waren die Auszubildenden von UPM. Betriebsrundgänge vermittelten ein anschauliches Bild der Papiererzeugung.

Der Fachkräftemangel muss nicht als Bedrohung, sondern als Herausforderung für den Wirtschaftsstandort Deutschland gesehen werden. Es gibt trotz des demografischen Wandels ein Arbeitskräftepotential, das bislang nur wenig beachtet wird: Gering qualifizierte Jugendliche und Erwachsene ohne Berufsabschluss. Hier gilt es Maßnahmen zu entwickeln – auch in Zusammenarbeit mit dem Sozialpartner, der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) – um diese Gruppen als Facharbeiter für unsere Industrie zu gewinnen. Dies wird kein leichter Weg, aber es lohnt ihn zu gehen.