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Wie man vor Publikum spricht

Kevin Reichelt weiß, wie man Jugendliche anspricht.

Kevin Reichelt, im zweiten Ausbildungsjahr zum Papiertechnologen bei Sappi Ehingen, vertritt sein Unternehmen bei Ausbildungsmessen und Berufsinformationstagen. Fit gemacht dafür hat ihn ein Kurs zum Ausbildungsbotschafter im Papierzentrum Gernsbach. Was er dort lernte, erzählt er im Gespräch mit Papier + Technik.

Wie kam es dazu, dass Sie den Kurs gemacht haben?

Reichelt: Sappi Ehingen geht regelmäßig in Schulen und nimmt an Ausbildungsmessen teil, um Nachwuchskräfte zu gewinnen. Man hat mich dann angesprochen, ob ich Lust hätte, am Kurs zum Ausbildungsbotschafter in Gernsbach im Oktober 2013 teilzunehmen.

Was haben Sie da gelernt?

Reichelt: Zu Beginn wurde besprochen, wie man kommuniziert, nicht nur verbal, sondern auch mit Mimik und Gestik. Dann ging es darum, wie man junge Leute anspricht. Schüler sind häufig erstmal zurückhaltend, sie haben keine Vorstellung von der Papierproduktion und den damit verbundenen Berufen. Man muss ihnen also das Berufsbild und die Arbeit schildern.

Gab es auch praktische Übungen?

Reichelt: Jeder hat eine Präsentation von seinem Betrieb vorgetragen und ist dabei gefilmt worden. Ich habe eine komplette Präsentation über alle Ausbildungsberufe bei Sappi Ehingen vorgestellt, eine dreiviertel Stunde lang.

Ist Ihnen das schwer gefallen?

Reichelt: Nein, ich habe in der Schule ja oft Referate gehalten. Allerdings bin ich nie dabei gefilmt worden. Es ist schon gut, wenn man sich selbst einmal sieht, wie man vor Publikum spricht.

Wie war das Feedback?

Reichelt: Es wurde bei jedem Kursteilnehmer ausführlich besprochen, was er verbessern könnte. Viele haben etwa zu schnell geredet oder zu leise. Zu laut war eigentlich niemand … Geachtet wurde auch auf die Körperhaltung, ob man gerade steht, wie man die Hände hält…

Wurde auch der Inhalt der Präsentation angesprochen?

Reichelt: Ja, zum Beispiel, dass man etwas weniger Fakten und stattdessen mehr Bilder bringen sollte. Das Problem bei Präsentationen vor Schulklassen ist ja, dass viele Schüler nicht unbedingt Lust darauf haben. Wenn man dann zu viele Zahlen aus der Unternehmensgeschichte bringt, schlafen die meisten direkt ein. Um das Interesse zu wecken, kann man zum Beispiel auch einen Film einfügen. Das werden wir bei Sappi Ehingen in Zukunft machen. Wir bekamen beim Kurs Anregungen, welche Informationen wir noch reinnehmen könnten. Und dass es wichtig ist, nach der Präsentation noch Informationsmaterial zu den Berufsbildern und auch zu Weiterbildungsmöglichkeiten zu verteilen.

Haben Sie eigentlich Tipps gegen Lampenfieber bekommen?

Reichelt: Ja, dass man vor der Präsentation am besten etwas macht, was man gerne tut, vielleicht eine Tasse Tee trinkt und dann mit einem guten Gefühl und in Ruhe alles auf sich zukommen lässt.