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Vier Fragen an den Studiengangsleiter

Prof. Dr.-Ing. Jukka Valkama – hier im Rahmen eines Forschungsprojekts im Ausbildungszentrum der schwedischen Papierindustrie in Markaryd. Foto: privat

Prof. Dr.-Ing. Jukka-Pekka Valkama leitet den Studiengang Papiertechnik an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe (DHBW).
Papier + Technik sprach mit ihm unter anderem über aktuelle Forschungsvorhaben und die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie.

Ein wichtiger Baustein des Studiums Papiertechnik ist die enge Zusammenarbeit mit den anderen Hochschulinstituten und Forschungseinrichtungen der Papierbranche. Ist der Studiengang auch an Forschungsvorhaben beteiligt?

Prof. Valkama: Wir entwickeln gerade
zusammen mit der TU Darmstadt im
Rahmen eines AiF-Projektes nachhaltige
Verpackungen für den Drohnentransport. Ein Folgeprojektantrag für die Jahre 2021 bis 2023 wurde eingereicht. Ein weiteres Thema ist die Untersuchung der Wirksamkeit der Nachhaltigkeitsmethoden für papierbasierte Verpackungen im Rahmen einer Promotionsarbeit in Kooperation mit der TU Chemnitz. Zusammen mit dem Studiengang Maschinenbau an der DHBW haben wir ein Forschungsprojekt durchgeführt zu einem thermoformbaren Zellulose-Komposit, in dem wir 3D-Produkte auf Zellstoffbasis entwickeln. Die Studierenden beteiligen sich an dem Projekt im Rahmen ihrer Studienarbeiten.

Besteht für diejenigen Absolventinnen und Absolventen, die ihre Kenntnisse noch weiter vertiefen möchten, auch die Möglichkeit, nach dem Bachelor-Abschluss noch ein Masterstudium anzuschließen?

Prof. Valkama: In der Tat schließen einige Absolventen nach dem Studium noch ein Masterstudium an. Von ihnen bleiben viele in den Unternehmen und absolvieren zum Beispiel an der DHBW CAS ein berufsintegriertes, also duales, Master-Studium.

Die Vorteile des dualen Studiums
für die Studierenden sind unter anderem die Ausbildungsvergütung, die kurze Studiendauer und der hohe Praxisbezug. Was aber bringt der Studiengang den Unternehmen?

Prof. Valkama: Die Duale Hochschule ermöglicht den Unternehmen, die Studentinnen und Studenten auszuwählen und gezielt für spätere Aufgaben auszubilden. Zum Beispiel durch die Aufgabenstellung und Betreuung von Projekt-, Studien- und Bachelorarbeiten und durch die Mitarbeit in Prüfungskommissionen oder als Lehrbeauftragte. Die Unternehmen schätzen an den dualen Absolventen deren Praxisfähigkeiten und Praxiskenntnisse. Sie
haben im Studium gelernt, Theorie in die Praxis umzusetzen.

Wie läuft das Studium derzeit, gibt es Einschränkungen durch die Corona-Pandemie?

Prof. Valkama: Wir waren seit März 2020 im kompletten Online-Betrieb und fahren momentan, Stand Ende Oktober, das
Hybrid-Modell. Das heißt bei uns, dass Studenten oder Dozenten die Vorlesungen online oder in Präsenz besuchen
beziehungsweise halten können. Bei der Online-Variante benötigen die Studierenden sehr viel mehr Selbstdisziplin und Selbstorganisation. Die fehlenden sozialen Kontakte und fehlenden Lerngruppen machen das Online-Studium sehr anspruchsvoll. Beim Hybridmodell haben zu Semesteranfang über 80 Prozent der
Studierenden das Präsenzmodell gewählt. Um ein Intensivstudium in diesen Zeiten für alle zu ermöglichen, werden wir, soweit man das jetzt sagen kann, weiterhin mit dem Hybrid-Modell arbeiten. ■