Archiv Forum Bildung

Viel betriebliche Erfahrung

Die neuen Ingenieure mit Prof. Dr. Volker Höntsch (l.) und Prof. Dr. Jukka Valkama (r.).

Zehn Absolventen des Studiengangs Papiertechnik an der Dualen Hochschule Karlsruhe wurden jetzt im Papierzentrum feierlich verabschiedet. Nach drei intensiven Ausbildungsjahren mit Theorie- und Praxiseinheiten sind sie nun Bachelor of Engineering.

VM

„Wir bilden in drei Jahren berufsbefähigt aus. Die Firmen sind mit uns zufrieden.“ So formulierte es in einem Grußwort der Prorektor der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe, Prof. Dr. Stephan Schenkel. Das Studium an der Dualen Hochschule begründet seinen nachhaltigen Erfolg auf der engen Verzahnung von wissenschaftlicher Theorie an der Hochschule mit der unmittelbaren praktischen Anwendung in den Studienunternehmen. Die Studierenden lernen jeweils für drei Monate in ihrem Betrieb oder im Papierzentrum Gernsbach mit seinen Vorlesungsräumen, einer Fachbibliothek und den Laboren des Schulzentrums Papiertechnik. Eine enge Kooperation besteht mit dem Institut für maschinelle Verfahrenstechnik und Papierfabrikation an der Technischen Universität Darmstadt. In den ersten Semestern gehören in diesem Ingenieurstudium Fächer wie Mathematik, Physik, Elektrotechnik, Thermodynamik, Chemie und Strömungslehre zu den Grundlagen, aber auch Betriebswirtschaft, Kommunikation, Leadership und Fachenglisch. Im Fachstudium eignen sich die Studierenden Wissen zu den Roh-, Halb- und Hilfsstoffen an, zur Papierherstellung, Ausrüstung und Veredelung sowie Instandhaltung. Außerdem vertiefen sie Kenntnisse in ihrem Schwerpunkt, Papiertechnik oder Verpackungsherstellung. In den Praxisphasen bearbeiten sie betriebliche Projekte, die auch vom Unternehmen bewertet werden.

Auch für die Bachelor-Arbeit zum Abschluss des Studiums gilt der Grundsatz: Themenstellung und Erstbegutachtung durch das ausbildende Unternehmen.

Vertreter der Papierindustrie, Bildungsexperten des Papierzentrums Gernsbach und des Landes Baden-Württemberg initiierten vor rund zehn Jahren dieses Studienangebot. Mittlerweile absolvierten über 120 junge Ingenieurinnen und Ingenieure das duale Studium. „Die deutsche Papierindustrie unterstützt gerne die Einrichtungen des Studiengangs“, betonte der Hauptgeschäftsführer des Papierzentrums Gernsbach. Die Papierindustrie sei geprägt vom Bedarf an qualifizierten Kräften. Stephan Meißner überreichte auch die beiden Auszeichnungen:

· Den Bestenpreis der Vereinigung der Arbeitgeberverbände der Deutschen Papierindustrie (VAP) für den besten Abschluss im Studium an Manuel Laible von der Papierfabrik August Koehler AG in Oberkirch.

· Den Industriepreis für die beste praxisorientierte Bachelorarbeit an Philipp Müller von der Schoeller Technocell GmbH & Co. KG in Weißenborn.

Philipp Müller erwähnte in einer kurzen Ansprache einige Höhepunkte des Studiums: Exkursionen und Praktika hätten es aufregend, interessant und lebendig gemacht und die Studentengruppe zusammengeschweißt.