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Talent und alle Fähigkeiten

Fachkräftemangel, rückläufige Bewerberzahlen, sinkende Bewerberqualität. Wie stolz ist ein Unternehmen dann, wenn es den Jahrgangsbesten Deutschlands unter seinen Azubis hat? Sehr. So auch die LEIPA Georg Leinfelder GmbH.

Hans Clauß ist Papiertechnologe im
LEIPA Werk Schwedt Nord und hat im Juni 2018 seine dreijährige Ausbildung mit 92 Punkten abgeschlossen. Das hat kein anderer Azubi seiner Berufsgruppe in diesem Jahr geschafft. Herzlichen Glückwunsch!

„Mathe und Physik haben mir schon in der Schule Spaß gemacht und als ich in der Lehre die ersten Einsen bekam, merkte ich, das könnte gut gehen, wenn ich mich reinhänge“, sagt Hans Clauß über sich und hat es bewiesen.

Zum Beruf des Papiertechnologen kam er über seine Mutter. Sie hat damals selbst in der Papierfabrik gearbeitet und ihm diesen Beruf ans Herz gelegt, denn in der Schulzeit hatte er sich noch keine Gedanken über die Papierherstellung gemacht. Das ist mittlerweile anders. „In der Ausbildung haben wir alle Prozesse von der Rohstoffaufbereitung bis zur Steuerung der großen Papiermaschine kennengelernt. Der Wechsel zwischen der Papiermacherschule in Altenburg und den Wochenblöcken bei LEIPA Nord direkt in der Papierproduktion war gut, denn so konnte ich das in der Schule Gelernte gleich immer in der Praxis überprüfen“, sagt Hans Clauß.

Norbert Boese, Ausbildungskoordinator für Papiertechnologie bei LEIPA Nord: „Wir brauchen Mitarbeiter, die komplexe Systeme beurteilen und steuern können. Der Hans ist so einer, der hat Talent und jetzt auch alle Fähigkeiten.“ Vom Unternehmen wurde er dabei stark unterstützt.

„Wir animieren unsere Auszubildenden ständig, überall Fragen zu stellen“, so Norbert Boese weiter. „Während der Arbeit erfahren sie so direkt an den Anlagen innerhalb der Produktion, wie die Rohstoffe für die Papierherstellung beschaffen sein müssen und wie sie als Anlagenfahrer darauf Einfluss nehmen können.“ Freitags fanden während der Ausbildung Konsultationen statt, in denen die Fragen behandelt wurden, die der Facharbeiter vor Ort nicht spontan beantworten konnte. Kurz vor der Prüfung gab es in der Schule in Altenburg und bei LEIPA Süd in Schwedt intensive Vorbereitungskurse. Und das hat sich ausgezahlt.

Ehrenurkunde auch für LEIPA

Clauß: „Ich habe erst später per Post erfahren, dass ich das bundesweit beste Ergebnis in der Ausbildung zum Papiertechnologen erzielt habe.“ Am 15. November 2018 fand die Bestenehrung durch die IHK in Bad Saarow statt, wo auch LEIPA eine Ehrenurkunde als „Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“ erhielt. Am 3. Dezember nahm Hans Clauß in Berlin an der Nationalen Bestenehrung in den IHK-Berufen mit dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier teil. LEIPA hat seinen ausgezeichneten Azubi zum erfolgreichen Ausbildungsabschluss einen Reisegutschein geschenkt, und er hat einen unbefristeten Arbeitsvertrag erhalten. Momentan arbeitet er im rollierenden Vierschichtsystem in der Rohstoffaufbereitung,
die er für „Laien“ so beschreibt: „Hier wird das Altpapier von uns sortiert, von allen Fremdstoffen befreit, mit Wasser vermischt, aufgelöst und dann zu einem faserigen Brei verdickt, aus dem dann später das neue Papier entsteht“.

Er möchte in Schwedt bleiben

An dieser Anlage wird der junge Papiertechnologe vorerst täglich arbeiten und praktische Erfahrung sammeln, bevor er dann seinen eigentlichen Arbeitsplatz an der PM 5, einer der produktivsten Anlagen für White Top Testliner, einnimmt.

Nun hat er erst einmal genug von der Schulbank. „Aber eine Meisterausbildung könnte ich mir später vielleicht vorstellen“, ergänzt Clauß ganz schnell. Auf alle Fälle möchte er in Schwedt bleiben. Hier fühlt sich der 19-Jährige wohl. „Ich mag die Stadt, es gibt ein Schwimmbad, ein Kino, ein Theater, hier wird mir nie langweilig.“ Für den leidenschaftlichen Angler ist der Nationalpark Unteres Odertal ja auch ein idealer Ort um seinem Hobby nachzugehen. ■