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Ausbildung soll auch Spaß machen

VM

Für „vorbildliche Ausbildung“ hat die IHK Chemnitz schon zum dritten Mal Schoeller Technocell in Weißenborn ausgezeichnet. Der Papierproduzent erhielt im Jahr 2012 als einziges Unternehmen in Mittelsachsen dieses Prädikat.

Seit dem Jahr 1995 hat Schoeller Technocell in Weißenborn insgesamt 85 junge Menschen ausgebildet. Kein einziger hat abgebrochen. In anderen Betrieben ist das nach Aussage der IHK Chemnitz ein großes Problem. Bei dem Papierunternehmen wissen die jungen Leute, was auf sie zukommt und werden in ihrer Ausbildung optimal unterstützt. Personalleiter Uwe Ziegler weist auf die engagierten Ausbilder hin, die über ihr normales „Pensum“ als Schichtleiter oder Meister der Werkstätten ihre Auszubildenden betreuen. Und das mit großem Erfolg: Die Schoeller-Azubis liegen immer im oberen Leistungsdrittel. Bei den Elektronikern schlossen sie in den vergangenen Jahren mehrmals als Jahrgangsbeste ab. Sie erhalten nicht nur profundes Wissen, auch Freizeitaktivitäten werden geboten. „Die Ausbildung soll auch Spaß machen“, betont der Personalleiter. Diverse Events tragen dazu bei. So organisiert das Unternehmen zu Beginn eines jeden Ausbildungsjahres einen Kennenlernabend, bei dem sich alle Ausbildungsjahrgänge und Ausbilder zu einem gemütlichen Grillabend zusammenfinden. Ebenfalls organisiert die Jugend- und Auszubildendenvertretung regelmäßig unter anderem Besuche im Klettergarten, Kartfahren oder Bowlingabende.

Schoeller Technocell ist einer von drei großen Arbeitgebern in der Region. „Ein großes und soziales Unternehmen“, wie Ziegler betont. Die Übernahmequote nach der Ausbildung liegt bei fast 100 Prozent. „Wir bilden für den Bedarf aus“, so Uwe Ziegler. „Es ist uns ein großes Anliegen, dass wir die Auszubildenden übernehmen“. Sechs bis zehn Auszubildende stellt das Werk im Jahr ein, in den Berufen Papiertechnologe, Industriemechaniker, Elektroniker und temporär in kaufmännischen Berufen. Zwei junge Menschen haben bereits das duale Studium zum Papieringenieur an der Hochschule in Karlsruhe absolviert.

Gab es vor sechs Jahren noch 180 Bewerber für die Ausbildungsstellen, so waren es vor einigen Jahren nur noch zwanzig. „Jetzt haben wir uns mühsam auf 65 hochgearbeitet“, sagt Uwe Ziegler. „Ein intensives Ausbildungsmarketing hat dazu beigetragen.“ So ist das Unternehmen regelmäßig bei Berufsorientierungsmessen in der Region vertreten. Es pflegt Partnerschaften mit Schulen, bietet ihnen Termine für Betriebsführungen und Schülerpraktika sowie Angebote zur Berufsorientierung und Bewerber- trainings an.

Die im Jahr 1871 gegründete Papierfabrik in Weißenborn, die übrigens im Jahr 2011 „40 Jahre Fotopapier“ feiern konnte, wurde im Jahr 1990 von der Felix Schoeller Gruppe in Osnabrück übernommen. Weißenborn ist der weltweit einzige vollständig integrierte Standort für Foto- und Spezialpapiere. Alle Produktionsschritte von der Rohpapierherstellung über sämtliche Veredelungsschritte bis hin zu Konfektionierung und Lagerung erfolgen hier unter einem Dach. Die Felix Schoeller Gruppe hat über 300 Millionen Euro in den Standort investiert, so im Jahr 2005 in eine neue Streichmaschine, im Jahr 2007 in einen neuen Extruder. Verbunden war dies jeweils mit einem Personalzuwachs. Heute sind im Werk Weißenborn über 800 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Schoeller-Azubis liegen immer im oberen Leistungsdrittel