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Nahe der russischen Grenze

Drei Papiertechnik-Auszubildende lernten bei einem Schüleraustausch in Finnland Land und Leute kennen und bekamen spannende Einblicke in verschiedenste Bereiche der Industrieproduktion, Ausbildung und Arbeitswelt des Landes.

Maria Brunsen, Rosario Othen, Rafael Parzeller

Organisiert hatte den Austausch, wie schon in den Jahren zuvor, die Papiermacherschule – Schulzentrum Papiertechnik in Gernsbach und das South Carelia Vocational College, ein großes Schulzentrum in Lappeenranta im Südosten Finnlands.

Maria Brunsen von UPM Nordland, Rosario Othen von Mitsubishi HiTec Paper Bielefeld und Rafael Parzeller von der Papierfabrik Adolf Jass berichten über den zweiwöchigen Aufenthalt:

„Am 27. April flogen wir früh am Morgen vom Frankfurter Flughafen ins circa 1500 Kilometer entfernte Helsinki. Nach einem dreistündigen Flug erwartete uns unsere Betreuerin für die nächsten zwei Wochen, Päivi Lassila, bereits am Flughafen. Sie fuhr mit uns ins 200 Kilometer entfernte Lappeenranta nahe der russischen Grenze. Dort wohnten wir für die kommenden zwei Wochen in einem Hotel mit eigener Sauna und eigenem Schwimmbad, das sehr zentral in der Stadtmitte gelegen ist. In den ersten Tagen besuchten wir das South Carelia Vocational College, in dem die Schüler in einer rein schulischen Ausbildung an das Berufsleben herangeführt werden. Wir kamen in der Klasse für Prozesstechnologen unter, da der Lehrstoff unserer Ausbildung zum Papiertechnologen am nächsten kommt. Die Labore waren mit mehreren für Papiertechnologen interessanten Aggregaten ausgestattet, zum Beispiel einem Miniatur-Holländer. Die Schüler der Klasse nahmen uns sehr offen und freundlich auf.

In der zweiten Woche standen Betriebsbesichtigungen auf dem Programm, darunter eine Süßwarenfabrik, eine Brauerei – auch hier ist Prozessleittechnik sehr nützlich, und dann die Pigmentfabrik Suomen karbonaatti, die Pigmente für die Papierindustrie herstellt, außerdem ein Sägewerk und eine Offset-Druckerei. Einen sehr interessanten Tag verbrachten wir im UPM-Werk Kaukas, einem der größten Papierproduzenten Finnlands, am Ufer des Sees Saima gelegen. Auf einer Fläche von circa 500 Hektar erstreckt sich der komplette Produktionsbereich, von der Lagerung der Holzstämme bis hin zum Verkauf des Papiers. Hier sahen wir neben den Papiermaschinen auch, wie Zellstoff hergestellt wird.

Nach den zwei Wochen brachte unsere Betreuerin Päivi uns wieder zurück zum Flughafen. Sie hatte unseren sehr informativen und schönen Aufenthalt organisiert und uns am Wochenende in ihr Haus am See eingeladen. Dort gab es finnische Spezialitäten, wie zum Beispiel Lachs.

Die Vorstellung, dass Finnen sehr gastfreundlich sind, bewahrheitete sich im vollen Zuge. Wir werden uns gerne an die Zeit zurückerinnern.“