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Meisterbriefe verliehen

Die Papierindustrie braucht gut qualifizierte Mitarbeiter und investiert in deren Ausbildung. Das zeigt wieder die Zahl der erfolgreichen Absolventen der Meisterkurse in Voll- und Teilzeit am Schulzentrum Papiertechnik in Gernsbach.

VM

Insgesamt 54 neue Meister Papiererzeugung und Papier- und Kunststoffverarbeitung bekamen Ende Juli bei einer offiziellen Feier im Papierzentrum ihre Meisterbriefe überreicht. Nach elf Monaten im Vollzeitkurs oder zwei, spätestens drei Jahren im Teilzeitkurs hatten sie ihre Prüfung erfolgreich abgelegt. Damit haben sie eine Ausbildung, die nach europäischem Qualifizierungsrahmen dem Bachelor gleichgesetzt ist, wie Schulleiter Oberstudiendirektor Jürgen Gerstner in seiner Ansprache erwähnte. Er gratulierte den Absolventen und wünschte ihnen viel Erfolg beim Transfer des erlangten Wissens in die Praxis. Unter den Meistern ist in diesem Jahr wieder eine Frau, Sandra Langfeld von Mayr-Melnhof in Obertsrot. Den bisherigen Altersrekord von 51 Jahren übertroffen hat mit 57 Jahren Ernst Klostermeier von UPM Plattling. Ihm sprach Jürgen Gerstner seine besondere Anerkennung aus. Obwohl die Schulzeit bei ihm schon lange zurückliegt, habe er die Aufgabe souverän gelöst.

Der Vertreter der Fachschüler, Martin Wenzel, blickte noch einmal auf die Ausbildung zurück. „Freud und Leid lagen dicht beieinander“, wie er sagte. „Wir haben nichts geschenkt bekommen, aber es sind Freundschaften entstanden, die hoffentlich jetzt nicht zu Ende sind“.

Gut ausgebildete Mitarbeiter sind Wettbewerbsvorteil

Auch Dr. Hans-Peter Berger gratulierte als Vertreter des Fördervereins Papierzentrum Gernsbach den Absolventen ganz herzlich und bedankte sich bei allen, die sie unterstützt haben. Die Meister könnten mit guten Berufsaussichten in der Papierindustrie rechnen. Diese werde aus dem gegenwärtigen Strukturwandel gestärkt hervorgehen. Sie verfüge über modernste Anlagen und als wichtigen Wettbewerbsvorteil über sehr gut aus- und weitergebildetes Personal. Dr. Berger wünschte den neuen Meistern alles Gute und viel Erfolg und riet ihnen sich in Zukunft weiter fortzubilden.

Die Referentin Berufsbildung der IHK Karlsruhe, Sonja Waldherr-Rummel, wies auf die hohe Besteherquote von knapp 92 Prozent hin, ein Indiz für die Qualität des Unterrichts am Schulzentrum Papiertechnik. Zugute kommt den Meisterschülern auch die Infrastruktur des Papierzentrums, mit Internat und voller Verpflegung, die ihnen viel Zeit zum Lernen ermöglicht.

Für besonders gute Leistungen mit dem Meisterbecher ausgezeichnet wurden Hubert Wiesbeck von UPM Plattling, Marc Lorenzen von Sappi Alfeld, Daniel Wörfel von den Papierwerken Lenk in Kappelrodeck und Tobias Tillmann von WEPA Arnsberg.

Hubert Wiesbeck und Tobias Tillmann erhielten darüber hinaus einen Preis für die beste Projektarbeit. Diesen hatte die Vereinigung Gernsbacher Papiermacher (VGP) vergeben, ihn überreichte ihr erster Vorsitzender Jörg Nußstein-Böge. Die VGP informiert ihre Mitglieder auf Tagungen und Reisen über neue Techniken und ermöglicht ihnen den persönlichen Kontakt und Austausch (www.gernsbacher-meister.de).


Für besonders gute Leistungen geehrt wurden (v.l.n.r.) Marc Lorenen, Sappi Alfeld, Hubert Wiesbeck, UPM Plattling, Tobias Tillmann, WEPA, und Daniel Wörfel, Papierwerke Lenk AG.