Archiv Forum Bildung

Kinder forschen mit Papier

Kinder sind neugierig und wollen auch naturwissenschaftliche und technische Zusammenhänge erforschen. Papier und Pappe sind ideale Werkstoffe dafür.

Schulkinder in Bayern werden künftig mit dem Werkstoff Papier forschen. Möglich macht dies ein gemeinsames Projekt zweier Stiftungen und der Bayerischen Papierverbände.

Johanna Schilling

Die frühe Kindheit ist die intensivste Zeit im Prozess des lebenslangen Lernens eines jeden Menschen. Schon früh beginnen Kinder neugierig, konzentriert und wissend ihre Welt zu erkunden. Bereits jetzt entwickelt der Mensch erste Ausprägungen für Interessen und Talente. Darauf setzt das Projekt „Forschend Werken und Gestalten mit Papier“, das naturwissenschaftliche, mathematische und technische (MINT) Kompetenzen anhand des Werkstoffes Papier gezielt fördert. Hierdurch stärkt es zum einen die Bildungschancen der Mädchen und Jungen und trägt zum anderen langfristig zur Nachwuchssicherung des Wirtschaftsstandortes Deutschland bei.

„Forschend Werken und Gestalten mit Papier“ ist ein gemeinsames Projekt der Stiftung Haus der Kleinen Forscher, der Bayerischen Papierverbände und der Siemensstiftung in enger Abstimmung mit dem bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus.

Der Zugang zu naturwissenschaftlichen und technischen Themen ist durch eigenes Handeln und Erfahren geprägt. Der Werkstoff Papier bietet hierfür hervorragende Möglichkeiten und ist im Alltag eines jeden Kindes fest verankert: Sie malen, knüllen, reißen, schneiden, packen Geschenke aus, basteln Papierflieger oder lesen ein Buch.

Kinder werden in Zukunft verstärkt durch den Umgang mit Papier und Pappe „vielfältig erkunden und experimentieren“, „eigene Lösungswege finden“, „einfachen, technischen Vorgängen altersgerecht begegnen“ sowie „Freude am selbstständigen und gemeinschaftlichen Arbeiten erfahren“, so wie es der bayerische Lehrplan fordert. Denn mittlerweile wurde der Werkstoff Papier und das dazugehörige Thema der Nachhaltigkeit fest im Lehrplan des bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus verankert. Im Zentrum des Projektes steht das gemeinsame Forschen und Lernen der Kinder mit den Pädagogen. Denn diese sind neben den Eltern die wichtigsten Wegbegleiter, die Neigungen erkennen und nachhaltig fördern können. Kinder sind im Grundschulalter schon imstande, forschend vorzugehen: Sie vermuten, führen Versuche durch, beobachten und beschreiben und ziehen schließlich erste Schlussfolgerungen.

Mittels 70 Workshops werden ab kommendem Herbst in ganz Bayern laut Stiftung bis zu 2000 Grundschullehrerinnen und -lehrer des Faches „Werken“ fortgebildet, um mit Unterstützung der neu erstellten Unterrichtsmaterialien mit den „Kleinen Forschern“ anhand des Werkstoffes Papier physikalische Phänomene zu erkunden und die Begeisterung am Entdecken zu wecken. So werden bis zu 500 000 Kinder der Jahrgangsstufen eins bis vier erreicht und das nicht nur einmalig, sondern über viele Jahre hinweg.

Die Bayerischen Papierverbände fördern das Bildungsprojekt sowohl mit Geld als auch inhaltlich, indem eine Expertengruppe an der Ausgestaltung der Unterrichtsmaterialien mitarbeitet.