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Jugendliche begeistern

Die Suche nach geeigneten Bewerbern um Ausbildungsstellen im Betrieb werde zunehmend schwieriger, sagt Viktoria Kreis, Personalreferentin bei UPM Ettringen. Anregungen für ein erfolgreiches Azubimarketing des Unternehmens bekam sie in einem Workshop der Bayerischen Papierverbände.

Das Interview führte Johanna Schilling.

Der Wettbewerb um junge Nachwuchskräfte ist in vollem Gange. Eine ausreichende Zahl an interessierten und letztlich auch geeigneten Azubi-Bewerbern zu gewinnen, wird immer problematischer. Schüler haben heutzutage die Qual der Wahl – aus 350 Ausbildungsberufen heißt es, den passenden zu finden.

Es gilt daher, sich in die Situation der Jugendlichen hineinzuversetzen und in der Phase der Berufsorientie- rung aktiv etwas zu tun, damit sie sich schließlich für eine Berufsausbildung im eigenen Unternehmen interessieren. Hier sind nun insbesondere die Personaler gefragt.

Die Bayerischen Papierverbände haben einen Workshop zum Thema „Ausbildungsmarketing: Entwicklung eines konkreten Recruiting-Konzepts“ durchgeführt, der Unternehmen in diesem Prozess unterstützt.

Eine Teilnehmerin war Viktoria Kreis, Personalreferentin bei UPM am Standort Ettringen. Papier + Technik sprach mit ihr über ihre Erfahrungen bei der Nachwuchssuche.

Frau Kreis, Sie haben sich im Juni zwei Tage mit der Entwicklung eines Recruiting-Konzepts für Ihren Standort UPM Ettringen beschäftigt. Was waren Ihre Beweggründe, am Workshop teilzunehmen?

Kreis: Da es zunehmend schwieriger wird geeignete Jugendliche für eine Ausbildung im eigenen Betrieb zu begeistern, wird es immer wichtiger, sich über dieses Thema Gedanken zu machen und rechtzeitig Strategien zu entwickeln. Ich fand, dass der Workshop genau das Richtige sei, um sich mit Kollegen zu dem Thema auszutauschen und praktische Tipps sowie neue Impulse für meine tägliche Arbeit zu erhalten.

Wie können Sie sich mit dem Beruf des Papiertechnologen in der Region vom Wettbewerb differenzieren?

Kreis: Der Beruf des Papiertechnologen bietet äußerst abwechslungsreiche Tätigkeitsfelder mit einem hohen Grad an Verantwortung. Unsere Absolventen haben die Möglichkeit, an einer der größten und modernsten Papiermaschinen Europas zu arbeiten. Da wir unsere Papiertechnologen für den „Eigenbedarf“ ausbilden, stehen die Chancen für eine unbefristete Weiterbeschäftigung nach der Ausbildung sehr gut. Zudem bieten wir ein familiäres Arbeitsumfeld kombiniert mit den Vorteilen eines internationalen Konzerns.

Was ist Ihre Botschaft an die Jugendlichen?

Kreis: Papiertechnologe in unserem Unternehmen zu werden, eröffnet gute Entwicklungsmöglichkeiten und berufliche Perspektiven. Es ist zum Beispiel möglich innerhalb der Ausbildung im Zuge eines Berufskollegs Papiertechnik die Fachhochschulreife zu erlangen, die dazu berechtigt an jeder Fachhochschule zu studieren. Wir bieten unseren Auszubildenden neben der Vermittlung von fundiertem Fachwissen ein interessantes Gesamtpaket mit Zusatzqualifikationen, abgerundet durch soziale Aktivitäten wie Fahrsicherheitstraining, Kennenlernwoche, Gesundheitsprogramme und vieles mehr.

Was haben Sie für sich und Ihre tägliche Arbeit aus dem Workshop Azubimarketing mitgenommen und was sind die nächsten Schritte?

Kreis: Gute und geeignete Auszubildende sind heute ohne Anstrengungen der Ausbilder beziehungsweise der Ausbildungsverantwortlichen eines Betriebes nicht mehr so einfach zu finden. Es gilt hier die Berufsbilder und die Betriebe wirksam darzustellen und gute Ausbildungsbedingungen für die Jugendlichen zu schaffen. Außerdem sollten die Jugendlichen und auch die Multiplikatoren zielgruppengerecht angesprochen werden. Im Workshop haben wir hierzu in Kleingruppen Konzepte erarbeitet. In unserer Region werden wir die Arbeit mit den Schulen verstärken und unsere Außendarstellung bezüglich der Ausbildung weiterentwickeln.