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Immer ein Fuß in der Praxis

Sie sind Studierende, aber auch Kolleginnen und Kollegen im Betrieb. Wer sich für das duale Studium Papiertechnik an der DHBW entscheidet, kann theoretisches Wissen mit praktischem Hintergrund verknüpfen und profitiert zudem von den idealen Bedingungen am Studienort auf dem Bildungscampus des Papierzentrums in Gernsbach. Dies bestätigen zwei Absolventen des diesjährigen Abschlussjahrgangs.

VM

Seit dem Jahr 2002 bietet die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Karlsruhe in Gernsbach in Kooperation mit dem Papierzentrum den dualen Studiengang Papiertechnik an. In diesen 18 Jahren haben Experten die Studieninhalte regelmäßig überprüft und aktualisiert. Insgesamt mehr als 200 Studentinnen und Studenten haben das dreijährige Studium absolviert, bei dem sich jeweils drei Monate im Ausbildungsunternehmen und drei Monate Theorie an der Hochschule abwechseln. Die Aussichten nach dem Studium sind exzellent: Rund 90 Prozent der Absolventinnen und Absolventen wurden von ihrem Ausbildungsunternehmen nach dem Studium übernommen. Mit dem Abschluss des Bachelor of Engineering der Papiertechnik übernehmen sie Fach-, Projekt- und Führungsaufgaben zum Beispiel in der Papier- und Verpackungsproduktion, der Papierverarbeitung, der Zellstoff- und Altpapiererzeugung, in der Zulieferindustrie und im Maschinenbau.

Studienort Papierzentrum

Vieles spricht für ein duales Studium: die enge Verzahnung von Theorie und Praxis, die kurze Studiendauer, in der intensiv gelernt wird, die Vergütung durch den Ausbildungsbetrieb, ein
gutes gegenseitiges Kennenlernen von Studierenden und Unternehmen. Beim Studium der Papiertechnik an der DHBW bietet der Studienort im Papierzentrum weitere Pluspunkte. Dazu
gehören die Nutzung der Unterrichtsräume und Labore, Unterbringung und Verpflegung im Seminarhotel, nahe Wege und kleine Gruppen, die gute Kontakte untereinander und zu den Dozenten ermöglichen.

Wissen bei Exkursionen erweitert

Insgesamt sieben Professoren lehren in dem Studiengang, aber auch Spezialisten aus der Praxis wie ehemalige Geschäftsführer, Werksleiter und Inhaber von Unternehmen aus der Branche, die ihr Wissen an den Nachwuchs weitergeben. Aufgelockert wird das Studium in den Theoriephasen durch praktische Übungen in den Laboren des Schulzentrums Papiertechnik sowie durch Exkursionen. Diese führen zu papiererzeugenden Unternehmen, zu Zulieferfirmen, zur Papiertechnischen Stiftung (PTS) oder der TU Darmstadt. Außerdem werden Messen wie Zellcheming oder Fachpack und das Symposium der Papieringenieure besucht – normalerweise, in diesem Jahr gab es leider
Corona-bedingte Einschränkungen.

Von der Papiertechnologin zur
Ingenieurin

„Ich würde mich jederzeit wieder für ein duales Studium entscheiden“,
betont Kristin Kilger, die in diesem Herbst ihr duales Studium Papiertechnik abgeschlossen hat. Die 27-Jährige machte zuvor, nach dem Abitur, eine Ausbildung zur Papiertechnologin beim Spezialpapierhersteller Pfleiderer. Danach wechselte sie dort in die Abteilung Forschung und Entwicklung. Das Unternehmen kam auf sie zu und
fragte, ob sie nicht noch ein Studium
anschließen wolle, um die komplexen Vorgänge der Spezialpapierherstellung noch besser verstehen zu können. „Pfleiderer hat ein großes Sortenspektrum und sehr viele verschiedene
Farben“, erklärt sie. „Da gibt’s, wenn es gut läuft, in einer Schicht dreimal Sortenwechsel“. Sie entschloss sich für die DHBW mit dem Studienort Papierzentrum in Gernsbach, den sie schon von ihrer Ausbildung her kannte, stimmte dies mit ihrem Arbeitgeber ab und begann das Studium im Oktober 2017. Seit erfolgreichem Abschluss im Herbst 2020 arbeitet sie als Papieringenieurin in der Forschung und Entwicklung bei Pfleiderer – und zieht in ihrem Arbeitsalltag noch öfters ihre Studienordner hervor, „vor allem bei den nicht so gängigen Fächern wie Energietechnik, mit denen ich mich vorher nicht
so beschäftigt habe, die aber im Ingenieursalltag immer wieder vorkommen“, wie sie sagt.

In Lerngruppen gegenseitig „hochgepusht“

Der Anspruch im Studium sei hoch, aber machbar, meint sie. „Wer wirklich Interesse hat und sich für Maschinen und allgemein Papier interessiert, der hat auch Spaß daran.“ Das duale Studium an der DHBW sei intensiv, die Voraussetzungen aber, vor allem beim Studium der Papiertechnik, ideal.

Man werde „wirklich gut betreut“. Bei Problemen könne man sich immer an die Ansprechpartner im Studiengang und im Betrieb wenden. Was sie noch positiv vermerkt: die kurzen Wege zwischen Wohnung und Vorlesungsräumen, auch die Anwesenheitspflicht, wodurch man gar nicht erst in Versuchung komme, das Studium „ein bisschen schleifen zu lassen“. Die zwölf Studierenden waren auf zwei Häuser verteilt und bildeten kleine Lerngruppen. „Wir haben uns gegenseitig etwas hochgepusht“, erklärt Kristin Kilger das gute Abschneiden ihres Studienjahrgangs. Und auch „über den Tellerrand geschaut“: „Man hat aus den verschiedenen Bereichen der Papierindustrie
einiges mitbekommen. Die unterschiedlichen Herstellungsmöglichkeiten und Anwendungen. Man tauscht sich aus, lernt andere Sichtweisen kennen.“

Duales Studium nach dem Abi: mit 21 Jahren Papieringenieur

Ebenfalls die Vertiefungsrichtung Papiertechnik wählte Karim Haikal, dessen Ausbildungsunternehmen der Maschinenhersteller Voith war. Auch er ist seit 1. Oktober dieses Jahres Bachelor of Engineering Papiertechnik und seitdem bei Voith im Globalen Produktmanagement tätig. Der heute 21-Jährige entschloss sich direkt nach dem Abitur zum Studium der Papiertechnik an der DHBW.

Sein Fazit: „Das Studium ist sehr
abwechslungsreich und die Unterbringung in Gernsbach hat das Lernen sehr erleichtert.“ Dazu erklärt er: „Das Lernen in kleinen Gruppen hat motiviert und auch den Noten geholfen. In Fächern, in denen man stärker ist, unterstützt man die anderen. Bei Fächern, die
einem schwer fallen, erfährt man Unterstützung.“ Von seinem in den Theoriephasen erlernten Wissen habe er in jeder Praxisphase profitiert, sagt Karim Haikal. Eingesetzt war er bei Voith in verschiedenen Abteilungen, unter anderem der Technologie und dem Produktmanagement. Den Einstieg nach dem Studium habe es sehr erleichtert, dass er das Unternehmen in den Praxisphasen kennengelernt hatte. Das Highlight während seiner Ausbildung bildete eine Zeit in Brasilien an einer von Voith betriebenen Versuchsanlage. Nicht nur dort kamen ihm seine im Studium erworbenen Kenntnisse in Fachenglisch mit papierspezifischen Begriffen zugute. Bei der Planung von Versuchen im Betrieb half ihm sein Wissen in statistischer Versuchsplanung.

Weitere Informationen zum Studium:

www.karlsruhe.dhbw.de/pt

www.papierzentrum.org/dhbw-studium


Auf einen Blick

Studiengang Papiertechnik mit den Vertiefungsrichtungen Papierproduktion und Verpackungsherstellung

Studiendauer: 3 Jahre (6 Semester)

Studienbeginn: jeweils 1. Oktober

Bewerbung: direkt beim Ausbildungsbetrieb der Papier- und Zellstoffindustrie (Dualer Partner)

Zulassungsvoraussetzungen:

  • allgemeine oder fachgebundene technische Hochschulreife oder
  • Technische Fachhochschulreife, verbunden mit einer Eignungsprüfung an der DHBW Karlsruhe
  • Fortbildungsabschluss (z.B. zur Meisterin und zum Meister oder zur Technikerin und zum Techniker) in einer einschlägigen technischen Richtung
  • Mindestens zweijährige Facharbeiterausbildung mit Abschluss und dreijährige Berufstätigkeit sowie eine gesonderte Eignungsprüfung an der DHBW Karlsruhe

Abschluss: Bachelor of Engineering Papiertechnik

Studienort: Die theoretischen Phasen werden in Verantwortung der DHBW Karlsruhe im Papierzentrum in Gernsbach durchgeführt mit möglicher
Unterbringung und Verpflegung im Seminar- und Tagungshotel des Papierzentrums. Die praktischen Phasen finden im Ausbildungsbetrieb statt.

Informationen und Kontaktdaten zum Studium stehen auf:

www.karlsruhe.dhbw.de/pt

www.papierzentrum.org/dhbw-studium