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Hohe Qualifikation

Mit dem Meisterbecher ausgezeichnet wurden René Gerke, Roland Schichl, Marko Lanwermeyer (Mitte l.n.r.), links RAin Iris Bienert vom Papierzentrum, Alfons Moritz, IHK, rechts OStD Jürgen Gerstner.

38 Meisterschüler aus zwei Kursen legten in diesem Sommer erfolgreich ihre Prüfung an der Papiermacherschule Gernsbach – Schulzentrum Papiertechnik ab. Damit haben sie sich für anspruchsvolle Aufgaben qualifiziert.

VM

„Wer nicht weiß, wo er hin will, darf sich nicht wundern, wenn er woanders ankommt“, so zitierte Oberstudiendirektor Jürgen Gerstner den amerikanischen Autor Mark Twain bei der feierlichen Verabschiedung der Meister im Pavillon des Papierzentrums. Dass sie wissen, wo sie hinwollen, haben die 30 neuen Meister Papiererzeugung und acht neuen Meister Papierverarbeitung schon mit der Entscheidung für die Meisterausbildung und intensives Lernen bewiesen. Jetzt gelte es, ein neues Ziel ins Auge zu fassen, so Gerstner. Während ihrer Ausbildung hätten sie Wichtiges im „Rucksack“ für ihren zukünftigen Weg mitgenommen: Natürlich Fachwissen als Basis, Kenntnisse in Betriebswirtschaft, wie kostenbewusstes Handeln sowie verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen und Maschinen, außerdem die Fähigkeit, Mitarbeiter zu führen. Dazu seien noch individuelle Erfahrungen gekommen, zum Beispiel die Freundschaften, die sie während ihrer Zeit in Gernsbach geschlossen hätten. Der Aufbau von Netzwerken und die Unterstützung durch Kollegen sei heute besonders wichtig, betonte Gerstner. Und schließlich hätten die neuen Meister während der Ausbildung Belastbarkeit und Durchsetzungsvermögen bewiesen. So etwa die Absolventen des Teilzeitkurses beim Wechsel zwischen ihrem Arbeitsplatz im Betrieb und den Unterrichtsblöcken in Gernsbach.

Von Seiten der Absolventen dankten Uwe Clausnitzer (Kurs MPE-7) und Wolfgang Hurst (Kurs T-5) dem Lehrerkollegium für die optimale Vorbereitung. Ute Prechl und dem Team vom Papiermacherhaus dankten sie für die hervorragende Unterbringung sowie Verpflegung und „immer ein offenes Ohr“. Beide betonten den guten Zusammenhalt in ihren Klassen.

Beruf mit großer Verantwortung gewählt
Rechtsanwältin Iris Bienert, als Vertreterin des Fördervereins Papierzentrum Gernsbach, überreichte die Auszeichnung für besonders gute Leistungen, den Meisterbecher, an René Gerke von der Schuller GmbH, Wertheim, an Marko Lanwermeyer von Ahlstrom Osnabürck und an Roland Schichl von SCA Packaging in Nördlingen.

Allen Meistern gratulierte sie ganz herzlich von Seiten des Papierzentrums. Sie hätten einen Beruf mit Zukunft und großer Verantwortung gewählt. Langfristig werde der Bedarf an Meistern steigen. Die Papierindustrie verzeichne einen deutlichen Anstieg höher qualifizierter Mitarbeiter.

Ideale Vorgesetzte seien im betrieblichen Alltag Ansprechpartner für ihre Mitarbeiter, sie sollten ein Team führen, aber auch Feedback annehmen, außerdem Loyalität gegenüber dem Unternehmen zeigen und persönliche Integrität besitzen. Nur so könne man glaubwürdig sein. Noch einen weiteren Aspekt sprach sie an: Der Anteil von ausländischen Mitarbeitern und Mitarbeitern mit Migrationshintergrund, von Älteren und Frauen in den Belegschaften werde in Zukunft zunehmen. Gerade Schwächeren müssten Vorgesetzte helfen und Diskriminierungen, etwa wegen des Geschlechts oder der Religion, deutlich entgegentreten.

Führung muss gelernt sein
Führung sei nicht so einfach, sondern müsse gelernt sein, betonte Alfons Moritz, Geschäftsbereichsleiter Berufsbildung der IHK Karlsruhe. Ein wichtiger Teil sei Gerechtigkeit, so seine Worte an die Meister. Dann appellierte er noch an sie, zukünftig vermehrt junge Frauen auszubilden. Dies sei aufgrund des demographischen Wandels und des drohenden Fachkräftemangels notwendig. Er erinnerte auch daran, dass Meister in Baden-Württemberg die Berechtigung haben, ein Studium aufzunehmen. „Das zeigt, wie hoch Ihre Qualifikation ist,“ sagte der Vertreter der IHK.