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Helle Köpfe bei Koehler

Die Papierfabrik August Koehler stellte im Jahr 2012 wieder den Bundessieger bei den Auszubildenden zum Papiertechnologen. Auch der Jahrgangsbeste im Studiengang Papiertechnik an der Dualen Hochschule Karlsruhe kam von dem Papierhersteller mit Stammsitz in Oberkirch.

VM

„Wir sind stolz auf die hervorragenden Leistungen unserer Auszubildenden“, sagte Werner Ruckenbrod, Technischer Vorstand der Koehler Gruppe, als er Ende letzten Jahres dem Prüfungsjahrgang 2012 Glückwünsche zum erfolgreichen Abschluss überbrachte. Dabei war, wie schon im Vorjahr, auch im Jahr 2012 der bundesbeste Papiertechnologe von Koehler. Mathias Schmid aus Offenburg legte die Abschlussprüfung bei der IHK mit 97 von erreichbaren 100 Punkten ab. Zu seinen Leistungen meint er ganz nüchtern: „Ich habe eben Zeit investiert, gute Noten sind meistens Fleißarbeit“. Eine gute Voraussetzung war sicherlich, dass er ein technisches Gymnasium besuchte und dort schon Grundlagen von zum Beispiel Metall- und Elektrotechnik lernte. Während der Ausbildung besuchte er die Papiermacherschule – Schulzentrum Papiertechnik in Gernsbach. Ein ausgesprochenes „Lieblingsfach“ hatte er dort nicht. „Spaß macht Lernen vor allem, wenn die Lehrer motiviert sind“, meint er, „und dann erzielt man auch gute Noten“.

Von Betrieb und Kollegen unterstützt
Die betriebliche Ausbildung bei Koehler sei von hoher Qualität. Ausbildungsleiter Gerhard Vollmer und die Kollegen hätten ihn sehr unterstützt: „Als Azubi hat man schon Respekt vor der Maschine, da ist es wichtig, dass einer hinter einem steht, eine „schützende Hand“ über einen hält,“ sagt Mathias Schmid. Die duale Ausbildung findet er gut, weil Theorie und Praxis sich ergänzen: „Man lernt was und man weiß, wofür“, fasst er es kurz zusammen. Nach seinem Ausbildungsabschluss arbeitete der erfolgreiche Azubi noch eine Zeit lang an der PM 4, an der Koehler unterschiedlichste Fein- und Spezialpapiere, zum Beispiel für Spielkarten, herstellt. Jetzt studiert er in Offenburg Mechatronik. Nachdem er drei Jahre lang gelernt hat, wie man die Maschine fährt, wollte er nun noch mehr Einblick in ihre Arbeitsweise bekommen.

Gerhard Vollmer, seit zwölf Jahren Ausbilder in Vollzeit bei Koehler, freut sich über das erfolgreiche Abschneiden seiner Schützlinge. Eine einfache Erklärung dafür hat er nicht. Worauf er Wert legt: „Die Auszubildenden sollen früh selbständig arbeiten“, erklärt er. „Im ersten Ausbildungsjahr wird eher delegiert, dann geht es immer stärker in Richtung Selbständigkeit. Im dritten Ausbildungsjahr teilen wir die Azubis einer bestimmten Schicht zu.“ Im innerbetrieblichen Unterricht geht der Ausbilder speziell auf die Maschinen bei Koehler ein. Wichtig ist ihm ein offener Dialog mit den Auszubildenden, „dass man darüber spricht, was richtig ist.“

Spaß an Projekten
Auch Manuel Laible absolvierte, in den Jahren 2005 bis 2008, bei Koehler eine Ausbildung zum Papiertechnologen. Danach holte er die Fachhochschulreife nach, um dann an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Papiertechnik zu studieren. Im Jahr 2012 schloss er das Studium als Jahrgangsbester ab. Die Ausbildung sei ihm beim Studium zu Gute gekommen. „Die Papiertechnik-Fächer fielen mir nicht so schwer“, erklärt er, „ich konnte mich auf die Grundlagen-Fächer wie Mathematik und Chemie konzentrieren“.

Beim dualen Studium wechseln sich Zeiten an der Hochschule, es ist der Campus im Papierzentrum Gernsbach, mit Ausbildungszeiten im Betrieb ab, bei Manuel Laible die Koehler-Gruppe. Natürlich habe man dabei weniger Freizeit als im „normalen“ Studium, da es eben keine Semesterferien gibt, sondern „nur“ die tariflich vorgegebenen 30 Urlaubstage, und wenn es auf die Klausuren zugehe, erlebe man schon stressige Zeiten, so der Papieringenieur. „Die Bearbeitung von Projekten in der Praxisphase macht dann aber besonders Spaß, weil man sein theoretisch erlerntes Wissen in der Praxis umsetzen und unter Beweis stellen kann.“ Während des Studiums durchlief er alle Abteilungen des Unternehmens und bekam immer wieder kleine Projektaufträge, die er dann in sechs bis acht Wochen fertig stellte. Thema der Bachelor-Arbeit, für die er zwölf Wochen Zeit hatte, war die Einführung einer spezifischen Leistungsregelung der Mahlanlage PM 5 und Online-Regelung der Porosität. Koehler produziert an der PM 5 in Oberkirch vorwiegend Selbstdurchschreibepapier. Nach dem erfolgreichen Studienabschluss ist Manuel Laible jetzt als Projektingenieur und Assistent des Werkleiters von Oberkirch, Hartmut Felsch, beschäftigt. Hier warten weitere spannende Aufgaben auf ihn. Er ist auch Teil des Projektteams, das mit Investitionen von circa 35 Millionen Euro den Standort Oberkirch für die Zukunft fit macht.