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Guter Mix aus Theorie und Praxis

Nach drei Jahren Studium wurden 14 Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Papiertechnik an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe (DHBW) im Papierzentrum feierlich verabschiedet. Gut gerüstet mit aktuellem theoretischem Wissen und viel Praxiserfahrung können die Ingenieurinnen und Ingenieure nun ihre Aufgaben in den Betrieben aufnehmen.

VM

Während des dualen Studiums der Papiertechnik mit den Studienrichtungen Papiererzeugung und Verpackungsherstellung wechseln sich Praxisphasen im Ausbildungsbetrieb mit Theoriephasen am Campus im Papierzentrum Gernsbach ab. Die dualen Partner im Studium und viele Lehrbeauftragte aus den Unternehmen und Institutionen bewirken einen hohen Praxisbezug im Studium. Eine wesentliche Stütze für die Wissenschaftlichkeit des Studiums ist die enge Kooperation mit dem Institut für maschinelle Verfahrenstechnik und Papierfabrikation an der Technischen Universtität (TU) Darmstadt. Professoren und Lehrkräfte dieses Instituts zeichnen für eine Reihe von Vorlesungen im papierspezifischen Bereich verantwortlich. Neben Exkursionen in Unternehmen der Branche wird im Studium auch der Kontakt zu Maschinenbaufirmen und Zulieferern ebenso wie zu wissenschaftlichen Forschungsinstituten intensiv genutzt.

Am Campus Gernsbach befinden sich modern eingerichtete Vorlesungsräume, einschließlich einer Fachbibliothek. Zudem stehen den Studenten die Labore des Schulzentrums Papiertechnik zur Verfügung, die speziell für die Belange des Hochschulstudiums ergänzt wurden. Die Studierenden, die von Unternehmen aus ganz Deutschland kommen, können die Unterbringung und Vollpension im Papierzentrum nutzen. Auch dafür hat die Industrie im Papierzentrum Gernsbach entsprechende Möglichkeiten geschaffen.

Es ist mittlerweile Tradition, dass die Absolventen im Papierzentrum in einer Feierstunde geehrt werden, wobei Vertreter verschiedener Institutionen ihnen gratulieren und alles Gute für den weiteren Berufsweg wünschen.

Stephan Meißner, Hauptgeschäfsführer des Papierzentrums, berichtete von über 95.000 Übernachtungen im Jahr im Papierzentrum, Meisterkursen mit doppelter Belegung sowie hohen Ausbildungszahlen. Dies zeige, dass die Papierindustrie an die Zukunft glaubt.

Prof. Dr. Roland Küstermann, Prorektor der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe, wies auf die Bedeutungt der Re-Akkreditierung des Studiengangs im Jahr 2016/17 hin. Dabei wurden die bisherigen Vertiefungsrichtungen Papiererzeugung und Verpackungsherstellung zu Studienrichtungen weiterentwickelt.

Nach wie vor liegt der Fokus in der Studienrichtung Verpackungsherstellung auf der Nutzung nachwachsender Rohstoffe. Stärker berücksichtigt wurde die Vielfalt von Packstoffen, Verpackungen und Verpackungsprozessen. In der Studienrichtung Papiererzeugung konnte die wissenschaftliche Basis zu verfahrenstechnischen Grundlagen verstärkt und der Praxisbezug vertieft werden. Weiterhin wird die Prozesskette zur Erzeugung von Papier, Pappe und Karton in speziellen Modulen abgebildet. Eine Fokussierung auf Anforderungen aus der Digitalisierung (Industrie 4.0) und die Betrachtung komplexer Managementprozesse runden das Studium für beide Studienrichtungen ebenso ab wie ein differenziertes Eingehen auf automatisierungstechnische Aufgabenstellungen. „Sie haben die beste Ausbildung mit perfekten Ausbildungsbedingungen bekommen,“ sagte Prof. Dr. Küstermann den Absolventinnen und Absolventen. Dies sei ein gutes Rüstzeug für lebenslanges Lernen.

Jürgen Bäuerle, Landrat des Landkreises Rastatt hob das Alleinstellungsmerkmal von Gernsbach hervor, was Ausbildung und Studium betreffe. Das duale Studium sei ein perfekter Mix aus Praxis und Theorie. Gernsbachs Bürgermeister Julian Christ betonte die Bedeutung des Papierzentrums für die Stadt.


Die neuen Papieringenieurinnen und -ingenieure mit dem Abschluss Bachelor of Engineering, zusammen mit rechts Prof. Dr. Jukka
Valkama und Studiengangsleiter Prof. Dr. Volker Höntsch. Foto: Manek