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Erfolgreich abgeschlossen

Zum dritten Mal konnten jüngst 16 Papieringenieurinnen und Papieringenieure des BA-Studiengangs Papiertechnik verabschiedet werden. Für den Jahrgangsbesten sowie die beste praxisorientierte Diplomarbeit gab es besondere Auszeichnungen.

Veronika Gareus-Kugel

Durchgeführt wird der Studiengang in enger Kooperation zwischen der Berufsakademie Karlsruhe, dem Papierzentrum Gernsbach und dem Institut für Papierfabrikation und Mechanische Verfahrenstechnik der Technischen Universität Darmstadt.

„Das Diplom ist unser Schlüssel zum Erfolg. Wir sind gefordert die ‚Zukunft Papier’ zu gestalten“, meinten die beiden Sprecher der Absolventen Franziskus Beyer und Jan Gehrmann während ihrer Ansprache.

Als Jahrgangsbester mit einem Durchschnitt von 1,3 wurde Henri Kröling, Voith AG, Heidenheim, ausgezeichnet. Den Industriepreis für die beste praxisorientierte Diplomarbeit erhielt Franziska Krenkel, Felix Schoeller jr., Osnabrück.

Auf einem guten Weg sieht Axel Stengel, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Papierzentrums Gernsbach, den dualen Studiengang.

Seit der Einführung im Jahr 2002 durchliefen ihn 58 Studenten erfolgreich. Derzeit befinden sich 40 Studierende noch in der dualen Ausbildungsphase. Diese Bilanz zeigt, dass es in wenigen Jahren gelang die Erfolge der Berufsakademien auch auf den Studiengang Papiertechnik zu übertragen.

Der Bedarf an Ingenieuren in der Papierindustrie wächst. Was wiederum, durch die geringen Bewerberzahlen, immer noch dramatische Auswirkungen auf die deutsche Papierindustrie hat.

Deutschland ist in Europa die Nummer eins unter den Papierproduzenten und weltweit die Nummer vier und braucht eine seiner Rolle entsprechende Zahl an Fachkräften.

Dazu trägt der BA-Studiengang Papiertechnik bei. Ne- ben seiner generellen Praxisnähe ist hervorzuheben, dass vielfältige Industriepraktika und verschiedene

Exkursionen auf die komplexen Anforderungen an den Papieringenieur vorbereiten.

Bedarf an qualifizierten Beschäftigten wächst
Stengel betonte in seiner Festansprache die herausragende Bedeutung des Ingenieursstudiums für die Papierindustrie: „In der Zukunft gehen wir von einem steigenden Bedarf an qualifizierten Beschäftigten und an Ingenieuren aus“, bekräftigte er. Denn im internationalen Vergleich liege der Anteil an Ingenieuren in der papiererzeugenden Industrie in Deutschland noch weit unter dem Durchschnitt.

Doch die fortschreitende Komplexität der Anlagen und Fertigungsprozesse erforderten zunehmend qualifiziertes Personal. Produzierte die deutsche Papierindustrie 1965 mit 73 000 Beschäftigten, in 362 Betrieben, gerade mal 4 Millionen Tonnen Papier, so werden heute mit weniger als 45 000 Mitarbeitern, in 185 Betrieben, 22 Millionen Tonnen Papier pro Jahr hergestellt. Der Energieeinsatz pro Tonne Papier ist auf 29 Prozent des damaligen Wertes gesunken. „Für solche und weitere Fortschritte brauchen wir qualifizierte Ingenieure“, so Stengel.

Zum Bachelor-Studiengang umgestaltet
Einen Höhepunkt erlebte der Studiengang im Herbst 2006. Entsprechend des Bologna-Prozesses wurde der bisherige Diplomstudiengang in der Vertiefung Papiertechnik zu einem Bachelor-Studiengang (Bachelor of Engineering in Paper Technology) umgestaltet.

Dr. Jörg Peter, Erster Landesbeamter des Landkreises Rastatt sagte: „Die erfolgreichen Berufsabschlüsse sind auch ein Beleg für die Zukunftsfähigkeit der Zusammenarbeit zwischen der Berufsakademie Karlsruhe und dem Papierzentrum Gernsbach. Ein gutes Aushängeschild und eine erstklassige Adresse für die Papierindustrie“. Stolz zeigte sich auch der Studienbereichsleiter Technik der Berufsakademie Karlsruhe Prof. Dr. Georg Richter. Mit über 2000 Studierenden gehört die Akademie mittlerweile zu den großen Bildungseinrichtungen in Baden-Württemberg. Einen Anteil an den Zuwächsen, auch bei den Studienanfängern, haben nicht zuletzt die ansteigenden Zahlen von Immatrikulationen für den Studiengang Diplomingenieur Papiertechnik.