Ein wichtiges Ziel erreicht - papierundtechnik.de

Archiv Forum Bildung

Ein wichtiges Ziel erreicht

61 Meisterschüler aus vier Kursen – Papiererzeugung sowie Papier- und Kunststoffverarbeitung in Voll- und Teilzeit – erhielten in diesem Sommer im Schulzentrum Papiertechnik ihre Meisterbriefe. Mit ihrem Abschluss haben sie sich für Führungsaufgaben qualifiziert.

Veronika Gareus-Kugel

Die Verabschiedung der vier Meisterkurse im Papierzentrum Gernsbach zählte im Juli zu den letzten Amtshandlungen von Oberstudiendirektor Jürgen Gerstner. Seine Zeit als Schulleiter ging mit dem Schuljahr 2017/2018 zu Ende. Gemeinsam mit Peter Minrath, dem Vertreter der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe, konnte Gerstner in einer kleinen Feierstunde nochmals 61 Meisterschülern ihre Meisterbriefe aushändigen. Der neue Schulleiter heißt Matthias Walter, zuvor Schulleiter der Carl-Engler-Schule in Karlsruhe.

Die vier Meisterbecher für den besten Meisterabschluss gingen, überreicht von Stephan Meißner, Hauptgeschäftsführer des Papierzentrums Gernsbach, an Jeremias Kern (August Koehler SE, Oberkirch), Felix Klausmann (August Faller KG, Waldkirch), Marvin Schmitz und Matthias Schweitzer (beide Moritz J. Weig GmbH, Mayen).

Letzterer durfte sich zudem über einen der zwei Preise für die besten Projektarbeiten, ausgelobt von der Vereinigung Gernsbacher Papiermacher (VGP) und übergeben von Jörg Nußstein-Böge, dem Vorsitzenden, und Rudi Ewert, seinem Stellvertreter, freuen.

„Es gab bei den Papiererzeugern dieses Mal ein Fotofinish“, sagte Nußstein-Böge. Gleich zwei Meister-Absolventen glänzten mit 96 Punkten. Die Entscheidung für die Preisvergabe fiel deshalb innerhalb des Lehrerkollegiums. Dieses zog die schulische Gesamtleistung in ihre Bewertung mit ein. Einen Preis bekam auch Marvin Lenecke (Krempel GmbH, Kuppenheim) für seine Bestenleistung im Genre Papier- und Kunststoffverarbeitung ausgehändigt.

Der Meisterabschluss sei zwischenzeitlich einem Bachelor-Abschluss gleichgesetzt. Entsprechend hoch seien die Anforderungen, betonte Oberstudiendirektor Jürgen Gerstner und gratulierte: „Sie haben ein wichtiges Ziel erreicht.“ Die Papierindustrie befinde sich im Wandel und werde sich zunehmend digitalisieren. Deshalb werde sich auch das Anforderungsprofil der schulischen Ausbildung verändern. Auch mit der Anpassung der Ausbildungsordnung zum Papiertechnologen / zur Papiertechnologin werde man sich zu beschäftigen haben. Respekt zollte Gerstner außerdem dem mit 52 Jahren ältesten Meisterkurs-Absolventen.

Gute Zukunftschancen

„Das Wichtigste ist offen und neugierig auf das Kommende, im Zusammenwirken mit dem Denken, zu sein.“ Darauf hob im Rahmen seiner Laudatio Stephan Meißner ab. Für einen Vorgesetzten sei es von großer Bedeutung die Menschen, seine Teamkollegen, mitzunehmen. „Sie müssen Teil des Teams vor Ort werden“, lautete seine Botschaft. Die Chancen für ein Arbeitsleben in der Papierindustrie stünden gut. Deutschland sei in Europa immer noch Papierproduzent Nummer eins und weltweit die Nummer vier. „Die Auslastung des Papierzentrums zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind“, sagte Stephan Meißner.

IHK-Bildungsberater Peter Minrath gab den neuen Industriemeistern mit auf den Weg. „Die Führung von Mitarbeitern wird für sie ein ganz zentraler Punkt sein. Sie sind jetzt Ausbilder und führen junge Leute an ihren Beruf heran.“