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Die finnische Taufe erlebt

Die Auszubildenden mit ihrer finnischen Betreuerin.

Jedes Jahr ermöglicht es die Schule für Papiertechnik den vier besten Berufskolleg-Schülern im zweiten Ausbildungsjahr an einem Austauschprogramm mit einer finnischen Schule teilzunehmen und für zwei Wochen die finnische Lebensart, Arbeits- und Lernkultur kennenzulernen.

Maximilian Hauck, Marcel Rippe

Dieses Jahr konnten Umut Soyugüzel (UPM Schongau), Marcel Rippe (Smurfit-Kappa Hoya), Ömer Kirdas (Papierfabrik Meldorf) und Maximilian Hauck (Smurfit-Kappa Hoya) nach Finnland fliegen.

Nach Lappeenranta in Südkarelien mussten sie von Helsinki aus die Reise mit der Bahn fortsetzen. Die beiden Auszubildenden von Smurfit Kappa Hoya berichten: „Dort angekommen wurden wir von unserer finnischen Betreuerin, Päivi Lassila, empfangen und zu unserem Hotel gefahren. Sie erklärte uns einiges über die Stadt und deren Umgebung, und lud uns für den nächsten Tag (Sonntag) zu einer Rundfahrt mit anschließendem Abendessen bei sich zuhause ein. Was für ein Empfang!

Die erste Woche verbrachten wir in der Saimaan ammattiopisto Sampo, der Berufschule. Bei einer Berufsmesse erklärten wir den finnischen Schülern – unser erster Englisch-Test! – wie man aus Raps- oder Fischöl Biodiesel herstellen kann. An einer kleinen Versuchsanlage konnten wir den chemischen Prozess vorführen.

Die erste Betriebsbesichtigung ging zur Mustola Timber Oy, einem Sägewerk. Wir bekamen einen Einblick in alle Produktionsbereiche, von der Sortierung über die Entrindung bis hin zum fertigen Produkt. Das Highlight der zweiten Woche war die Besichtigung von UPM Kaukas, einer circa 500 Hektar großen Industrieanlage. Als erstes fuhren wir einmal über das komplette Gelände und sahen die diversen Freiluftlager für Frischholz, Hackschnitzel usw. Danach wurde uns der Prozess der Entrindung des Holzes gezeigt und die anschließende Weiterverarbeitung zu Hackschnitzeln. Weiter ging es zur PM 2, einer Valmet Maschine zur Herstellung von Magazinpapieren mit einem Flächengewicht von 50–90g/m² bei einer Arbeitsbreite von acht Metern. Den Rohstoff für die Herstellung des Papieres bezieht die PM ausschließlich aus dem eigenen Werk. Sie verfügt über fünf Holzschliffaggregate, drei SGW- und zwei PGW-Schleifer, zwei nachgeschaltete Streichaggregate, vier Kalander und zwei Superkalander. Die Rollenschneider sind vollautomatisiert, ebenso die Umrollung und die Packstraße inklusive Transport in das Rollenlager.

Bei der Nordkalk Lime Mine, einem Kalk-Tagebau, erfuhren wir etwas über die abgebauten Gesteine und deren Verwendung als Pigment, Füllstoff oder Zementzusatz.

In der Schule in Imatra konnten wir die Chemielaboratorien sowie die Papiertechnische Einrichtung besichtigen.

Leider folgte bald die Abreise und die Verabschiedung von neuen Freunden und unserer Lehrerin Päivi Lassila, die uns mit ihrem Mann die Zeit in Finnland sehr angenehm gestaltete. So lud sie uns in ihr Sommerhaus ein, wo wir die „finnische Taufe“ absolvierten, was so viel heißt wie Saunagänge mit anschließendem Schwimmen in warmen finnischen Gewässern (4°), danach einem finnischen Bier und kaltgeräuchertem Lachs.

Wir danken ihr, unseren Betrieben und der Schule für Papiertechnik, die uns diese Erfahrung ermöglicht und den Austausch finanziell und organisatorisch unterstützt haben.“