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Dem Berufsalltag ganz nah

Eine Werksbesichtigung gehört zum Berufsinformationstag. Hier waren die Teilnehmer bei Stora Enso Maxau.

Die Entscheidung für ein Studium fällt vielen nicht leicht. Die Papierverbände unterstützen Schulabgänger, indem sie sie gründlich über Studiengänge zum Papieringenieur und den späteren Beruf aufklären. Und das vor Ort in einer Papierfabrik.

Tanja Reinhold

„Mir haben vor allem der direkte Kontakt zu den Ingenieuren, das Vorabendtreffen und die Werksführung mit ihren vielen Einblicken gefallen.“ „Werksleiter und Berufsanfänger beantworteten sehr detailliert meine Fragen aus verschiedenen Standpunkten und gaben mir zusätzliche Sicherheit.“„Ich bin von dem Angebot begeistert, da ich einen Einblick erhalten habe, was auf mich zukommen könnte, sollte ich mich für ein Studium zum Papieringenieur entscheiden.“ So äußern sich die Teilnehmer der Berufsinformationstage, die die Vereinigung der Arbeitgeberverbände der Deutschen Papierindustrie (VAP) und der Verband Deutscher Papierfabriken (VDP) in Kooperation mit den Mitgliedsunternehmen jährlich anbieten. Die Informationsveranstaltungen sind Teil der Nachwuchswerbung der Verbände. Sie sollen gezielt über das Berufsbild des Papieringenieurs aufklären.

Unter dem Motto „Meet Paper“ sind Studieninteressierte eingeladen, sich umfassend über Voraussetzungen, Studienverlauf, Praktika und Berufschancen zu informieren. Den Auftakt zur Veranstaltung bildet ein Vorabendtreffen – diesmal im Papierzentrum in Gernsbach – bei dem sie in lockerer Atmosphäre Fragen zum Beruf stellen und Informationen zum Studium vertiefen können. Ansprechpartner aus Unternehmen und Instituten stehen dafür zur Verfügung. Neben allgemeinen Erläuterungen zur Branche werden im Rahmen der Berufsinformationstage die Studienmöglichkeiten an den Standorten in Darmstadt, Dresden, Karlsruhe und München vorgestellt. Der Arbeitsalltag in der Papierindustrie wird bei einer Werksbesichtigung deutlich:

Die rund 30 Teilnehmer im Alter zwischen 16 und 27 Jahren blicken interessiert durch die großen Glasfenster. Vor sich die Papiermaschine – 120 Meter lang, zehn Meter breit und drei Stockwerke hoch. Sie schauen auf die zahlreichen Monitore und hören aufmerksam den Erklärungen zu Schaltkreisen, Geschwindigkeiten und Laufeigenschaften zu. „In solchen Dimensionen habe ich mir die Anlage nicht vorgestellt“, fasst ein Schüler den ersten Eindruck zusammen. Dass der Produktionsprozess über moderne Prozessleit- und Regelungssysteme läuft und ein hochtechnisierter Vorgang ist, haben die wenigsten Teilnehmer erwartet.„Werksführung und die Gespräche mit den Papieringenieuren haben mir sehr geholfen ein klareres Berufsbild zu bekommen. Dass die Papierindustrie eine Hightech-Branche ist, war mir vorher nicht klar. Insofern war die Informationsveranstaltung sehr informativ und lehrreich“, heißt es in vielen Rückmeldungen auf die Veranstaltung. Bislang haben rund 400 Interessenten das Angebot der Verbände wahrgenommen. Im Herbst 2012 ist eine weitere Veranstaltung in Hagen geplant.