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Das Kompetenzmodell

Am Altenburger Berufsschulzentrum „Johann Friedrich Pierer“ werden die Stoffverteilungspläne „Deutsch“ auf der Grundlage des Kompetenzmodells, das im Rahmenlehrplan für Papiertechnologen dargestellt wird, formuliert.

Dr. Frank Böhme

Der Lernende soll befähigt werden, sich in anspruchsvollen beruflichen, privaten und kollektiven Problemsituationen erfolgreich zu bewähren. Die berufliche Tätigkeit fordert ihn als versierten Fachmann, als emanzipierte Persönlichkeit und als kooperatives Gruppenmitglied: Handlungskompetenz entwickelt sich somit aus den Kategorien Fachkompetenz, Humankompetenz und Sozialkompetenz. Diese drei Handlungskompetenz-Kategorien erfordern bewusstes Kommunizieren, stetiges Lernen und methodisches Vorgehen, also Kommunikationskompetenz (Wahrnehmen und Mitteilen von Sachverhalten), Lernkompetenz (Erfassen und Interpretieren von Zusammenhängen) sowie Methodenkompetenz (Entwickeln und Anwenden von Lösungsstrategien). Der Thüringer Lehrplan und damit auch die berufsschulinternen Stoffverteilungspläne für den Deutschunterricht orientieren sich an den kulturellen Ansprüchen einer Informationsgesellschaft; die Entwicklung des persönlichen sprachkommunikativen Handlungsrepertoires des Auszubildenden stellt den Schwerpunkt des Deutschunterrichts dar, ohne die Wechselwirkung mit anderen Kompetenzen einzuschränken.

Die einzelnen Unterrichtseinheiten werden in einem Kompetenz-Raster konkret zugeordnet. Die Unterrichtseinheit „Mitarbeitergespräch“ hat demnach die Ausprägung folgender Fähigkeiten des Lernenden zum Inhalt:

· die Persönlichkeit zu entwickeln, sich selbstkritisch zu werten und Lebensplanungen zu entwerfen (Humankompetenz)

· die Strukturen audiovisueller Wahrnehmung zu analysieren, den Wortschatz zu erweitern und das Argumentationsniveau zu qualifizieren (Kommunikationskompetenz).

Die Konkretisierung der auf Dialogqualität ausgerichteten Unterrichtsinhalte sichert das Erreichen des Lernzieles:

· situatives Bewerten verbaler, non- und paraverbaler Informationen

· sachliches Interpretieren audiovisueller Wahrnehmungsfilter

· stetiges Aktivieren des Wortschatzes

· bewusstes Trainieren des Sprechdenkens

· angemessenes Einsetzen der Fragetechnik

· faires Verwenden von Argumentationsstrategien.

Die konkrete Zuordnung aller Unterrichtsinhalte in einem Kompetenz-Raster ist also für die Erarbeitung der Stoffverteilungspläne obligatorisch:

Während beim „Mitarbeitergespräch“ eine Kompetenzverflechtung von Human- und Kommunikationskompetenz stattfindet, stellt zum Beispiel der Unterrichtsinhalt „Brainstorming“ eine Verbindung von Sozial- und Lernkompetenz dar.

Die Unterrichtseinheit „Literaturrezeption“ findet ihren Platz im dargestellten Kompetenz-Raster (Fach- und Methodenkompetenz), wenn es sich bei der ausgewählten Literaturquelle um Heinrich Manns Roman „Der Untertan“ handelt, der neben der satirischen Darstellung des kaisertreuen Bürgertums auch technische Einblicke in die Papiererzeugung des 19. Jahrhunderts gewährt.

Handlungskompetenz
Fachkompetenz

Humankompetenz

Sozialkompetenz

Kommunikationskompetenz Lernkompetenz

Methodenkompetenz