Beim Praktikum zündete der Funke - papierundtechnik.de

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Beim Praktikum zündete der Funke

Mit durchschnittlich 95 von 100 Punkten erreichte Daniel Ockenga von der Koehler Paper Group das beste Ergebnis deutschlandweit im Ausbildungsberuf Papiertechnologe. Seine Leidenschaft für den Beruf entdeckte er während eines einwöchigen Praktikums.

Daniel Wunsch

Die erste Auszeichnung erhielt Daniel Ockenga Anfang November 2015 in Offenburg bei der Abschlussfeier der Ausbildungsabsolventen der Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein. Hier wurde er als Kammerbester im Berufsfeld des Papiertechnologen geehrt, am 20. November im Freiburger Konzerthaus als Landesbester. Der krönende Abschluss des Feiermarathons war am 14. Dezember die 10. Nationale Bestenehrung im Maritim Hotel Berlin. „Ich freue mich sehr über die Auszeichnung, auch, dass ich einmal in die Weltstadt Berlin reisen durfte“, sagte der 20-Jährige. Der junge Mann, der in Ottenhöfen im Schwarzwald aufgewachsen ist und dessen Vater den Gasthof „Sonne“ in Oberkirch betreibt, war schon immer naturwissenschaftlich interessiert und wollte auf jeden Fall etwas mit Chemie machen. Für das anstehende Schulpraktikum in Klasse 9 stolperte er über eine Stellenausschreibung der Papierfabrik Koehler, in der sie einen Chemielaboranten suchte. Da man im Unternehmen jedoch für diese Berufssparte keine Ausbildung anbietet, machte Ausbildungskoordinatorin Elke Brückner den Vorschlag, doch eine Woche in den Bereich des Papiertechnologen hinein zu schnuppern. „Mehr geht in dieser kurzen Zeit nicht, da die komplette Papierherstellung sehr komplex ist“, erklärt sie. „Das hat ja auch etwas mit Chemie zu tun“, war Daniel Ockenga von der Idee begeistert. Gesagt, getan: Beim einwöchigen Praktikum bekam er einen guten Einblick in die Firma und das Tätigkeitsfeld eines Papiertechnologen. Dieses habe ihm so gut gefallen, dass er sich schon ein Jahr vor Ende seiner Mittleren Reife im Jahr 2012 für die Ausbildungsstelle im September bewarb. Trotz weiterer Zusagen habe er nicht lange überlegen müssen und sich schließlich für das Oberkircher Unternehmen entschieden. „Es ist schon beeindruckend, die riesigen Maschinen zu sehen, ich hatte ja wenig Ahnung, wie abwechslungsreich so eine Papierherstellung abläuft.“ Auch das Umfeld im Betrieb sei besonders, so Daniel Ockenga. „Gerade für die Prüfungen hat uns Ausbilder Gerhard Vollmer sehr gut vorbereitet und er hatte immer eine offene Tür für Fragen.“ Neben dem wöchentlichen Werksunterricht gab es in jedem Lehrjahr Projekt- und Laborwochen. „Und wir Azubis haben uns gegenseitig geholfen, gerade als wir in der Berufsschule in Gernsbach waren“, fügt er hinzu.

Nicht nur wegen seines herausragenden Abschlusses – der ihm sogar eine Lehrzeitverkürzung von einem halben Jahr einbrachte – wusste Daniel Ockenga gleich, dass der Beruf genau das richtige für ihn ist. Und auch sein Ausbildungsbetrieb, der zum vierten Mal innerhalb der letzten fünf Jahre einen Bundesbesten hervorbachte, ist stolz auf den jungen Mann: „Vielleicht ist diese Auszeichnung ja auch ein Ansporn für andere, sich für diesen nicht alltäglichen Beruf zu interessieren“, freut sich Elke Brückner und nennt einen weiteren positiven Nebenaspekt: „Alle Absolventen haben nach ihrer Ausbildung eine Garantie auf eine unbefristete Übernahme.“

Aktuell arbeitet Daniel Ockenga im Kehler Werk an der Papiermaschine 2, die ausschließlich Thermopapier herstellt. Irgendwann einmal möchte er in Richtung Maschinenführung aufsteigen, doch das habe noch Zeit: „Zuerst will ich mich in die Abteilung einarbeiten, für diese anspruchsvolle Aufgabe bräuchte ich auf jeden Fall noch ein paar Jahre Erfahrung“, antwortet er auf die Frage nach seinen Zukunftswünschen.

„Die riesigen Maschinen sind schon beeindruckend“